Deepfakes: Facebook will manipulative Falsch-Videos künftig löschen

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Noch vor einigen Monaten hatte die Führung des sozialen Netzwerks betont, man wolle sich nicht zum Richter über wahre und falsche Informationen aufschwingen. Mit dieser Begründung durfte auch ein offensichtlich bearbeitetes Video online bleiben, das die US-Demokratin Nancy Pelosi betrunken oder verwirrt erscheinen ließ. Nun kündigt ein Eintrag im News-Bereich der Plattform eine Richtungsänderung an.

Ab sofort: Neue Regeln für künstliche Intelligenz

Im Jahr der US-Präsidentschaftswahlen will Facebook verstärkt gegen die Gefahr durch manipulierte Medieninhalte vorgehen. Deshalb werden künftig alle Videos sorgfältig geprüft, die mithilfe von KI-Software bearbeitet wurden. Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein solcher Clip vollständig von der Plattform entfernt wird: Zum einen sind Inhalte so ersetzt oder überdeckt worden, dass das Geschehen authentisch wirkt. Zum anderen muss dadurch beim durchschnittlichen Zuschauer der Eindruck erweckt werden, eine Person habe bestimmte Dinge wirklich gesagt – obwohl die Äußerungen nur Teil der Manipulation sind.

Nach wie vor: Satire darf alles

Parodien und satirische Inhalte will Facebook von der neuen Regelung ausnehmen. Genau diese Einstufung allerdings könnte im Einzelfall schwierig werden. Managerin Monika Bickert hat in ihrer Ankündigung keinerlei Aussagen über eindeutige Kennzeichen einer Satire gemacht. So bleibt auch die Frage offen, ob das viral gegangene Pelosi-Video bei einer Prüfung nach aktuellen Standards entfernt oder stehen gelassen würde.

Im Wahljahr: Viel Arbeit für Fakten-Checker

Die Initiative gegen Deepfakes soll laut Facebook das bisherige Fact-Checking nicht ersetzen, sondern ergänzen. Derzeit arbeite man weltweit mit mehr als 50 Expertenorganisationen zusammen. Sobald sie ein Foto oder Video eindeutig als Fälschung identifizierten, werde es mit einem entsprechenden Hinweis versehen. Solche Fakes könnten nicht als bezahlte Anzeige verwendet werden. Sie tauchten außerdem wesentlich seltener im Newsfeed anderer Nutzer auf. Mit diesem Vorgehen halte man sich an die Empfehlungen von Fachleuten: Die rieten davon ab, gefälschte Bilder kommentarlos zu entfernen. User würden die Inhalte dann eben auf anderen Plattformen posten. Der Hinweis auf eine Fälschung hingegen biete die Möglichkeit, sich über die Hintergründe zu informieren.

Fazit

Im Kampf gegen Fotos, die mit KI-Tools bearbeitet werden, macht man im Silicon Valley offenbar Fortschritte. In dem aktuellen Facebook-Statement ist die Rede von einem ganzen Netzwerk von Nutzern, das im vergangenen Monat aufgeflogen sei. Alle hätten die Fotos ihrer Accounts mit KI-Software bearbeitet, um glaubwürdig zu erscheinen.

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