Facebook: Standortsammlung auch nach Deaktivierung

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Wer beim sozialen Netzwerk Facebook die Standortbestimmung deaktiviert, geht automatisch davon aus, dass Daten rund um den Aufenthaltsort nicht gesammelt werden. Das ist aber ein Trugschluss, denn: Genau diese Daten werden auch weiterhin gespeichert – so zum Beispiel über die IP-Adressen der User.

Deaktivierung zwingt Facebook zu anderen Methoden

Für Facebook spielt die Standortbestimmung eine wichtige Rolle. Sie soll nicht nur bei der Personalisierung der Werbung helfen, sondern auch zur Sicherheit der Nutzer beitragen. Deaktivieren User die Standortbestimmung, greift Facebook auf andere Methoden zurück – so zum Beispiel auf die Zuordnung per IP-Adresse.

Eigentlich erfolgt die Standortbestimmung im Rahmen von freiwillig freigegebenen Methoden über GPS, WLAN oder auch Bluetooth Beacons. Die Abfrage von IP-Adressen und anderer Informationen kann zum Beispiel dann gegeben sein, wenn User auf Bildern markiert werden oder Interesse an Veranstaltungen öffentlich machen.

Keine Möglichkeit zum Opt-out

Problematisch erscheint aus datenschutzrechtlichen Überlegungen, dass es Usern nicht möglich ist, die Standortbestimmung komplett abzuschalten. Ein sogenanntes Opt-out, das die Kontrolle über die Erhebung der eigenen Daten gewährleisten würde, steht damit nicht zur Verfügung.
Facebook bekräftigt mit dem Vorgehen die andauernde Kritik, als regelrechte "Datenkrake" Userinformationen zu sammeln – ob dies wirklich immer zur Sicherheit der Nutzer geschieht, erscheint zumindest in Anbetracht der vergangenen Skandale wie dem Fall rund um Cambridge Analytica fraglich.

Erhebung oder Speicherung der Standortdaten?

Unklar ist bisher, ob Facebook die Standortdaten tatsächlich nur zum Sofortgebrauch erhebt, um darauf basierend personalisierte Werbung zu schalten – oder ob die Datensätze für spätere Analysen bzw. Verarbeitungen gespeichert werden. Dies wäre insbesondere in Anbetracht der Vorschriften der Datenschutzgrundverordnung (kurz: DSGVO) interessant, denn nach Artikel 5 Abs. (1) lit. e DSGVO ist eine Speicherung von personenbezogenen Daten nur solange zulässig, wie es für den jeweiligen Zweck erforderlich ist.

Ein Verstoß gegen die genannte Vorschrift würde im Ernstfall ein Bußgeld nach Artikel 83 Abs. (5) DSGVO nach sich ziehen: Dieses beträgt bis zu 4 Prozent des gesamten Weltjahresumsatz.

Fazit

Immer wieder wird die Sammelwut von Facebook bezüglich der Nutzerdaten kritisch hinterfragt. Dies nicht nur in Anbetracht möglicher Skandale, sondern gerade auch als grundlegendes Geschäftsprinzip, mit dem sich Werbung möglichst profitabel an Werbekunden verkaufen lässt. Der Hinweis auf die Sicherheit der User und auf den Kampf gegen Fake-News scheint dabei nur ein Nebeneffekt zu sein – zu klären bleibt aber dennoch, was mit den gesammelten Datensätzen passiert und wie lange diese gespeichert werden.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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