Hatespeech: Werbeboykott soll Facebook zum Handeln zwingen

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„Stop Hate for Profit“. Unter diesem Motto rufen Unternehmen in den USA dazu auf, den Zuckerberg-Konzern an seiner empfindlichsten Stelle zu treffen. Mit dabei so große Namen wie The North Face, Mozilla oder Ben & Jerry’s. Sie frieren ihre Werbe-Etats für Facebook ein, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen: Facebook soll endlich gegen hasserfüllte und rassistische Inhalte vorgehen.

„Kein Geld für Hassreden“

Die Kampagne wurde von Bürgerrechts-Organisationen ins Leben gerufen. In einem Statement konkretisieren sie die Vorwürfe an das soziale Netzwerk. Es habe beispielsweise „Breitbart News“, ein Organ der weißen Nationalisten, als „vertrauenswürdige Nachrichtenquelle“ eingestuft. Nutzer dürften in ihren Profilen offen zu Gewalt gegen Teilnehmer der „Black Lives Matter“- Bewegung aufrufen. Und nicht einmal das Leugnen des Holocaust habe auf Facebook irgendwelche Konsequenzen. Dabei forderten nicht nur Politiker und Wissenschaftler, sondern sogar die Facebook-Angestellten selbst ein strikteres Vorgehen gegen Hassrede und Gewaltaufrufe.

Twitter-Trend: #StopHateForProfit

In den vergangenen Tagen haben bereits viele einflussreiche Unternehmen öffentlich angekündigt, sich an dem Boykott zu beteiligen: die Outdoor-Marken Patagonia, Arc’teryx, Eddie Bauer und The North Face, der Filmverleih Magnolia Pictures, die IT-Unternehmen Dashlane und Mozilla sowie Eis-Hersteller Ben & Jerry’s. Sie alle haben zugesagt, im Monat Juli keinerlei bezahlte Werbung auf Facebook und Instagram zu schalten – möglicherweise auch noch länger. Die Kampagne verweist auf den Umsatz von rund 70 Milliarden US-Dollar, den der Zuckerberg-Konzern jährlich durch Werbeeinnahmen erwirtschaftet. Man wolle nicht länger unterstützen, dass mit diesem Geld zu Rassismus und Gewalt aufgerufen werde.

Zuckerberg will kein Schiedsrichter sein

Der Druck auf Facebook steigt, nachdem Konkurrent Twitter in den vergangenen Tagen mehrfach sogar den US-Präsidenten wegen Verstoß gegen die Gemeinschaftsregeln korrigiert hat. Bereits zweimal wurden Tweets von Donald Trump mit Warnhinweisen versehen, weil darin Gewalt angedroht wurde. Die gleichen Aussagen blieben auf Facebook unverändert stehen. CEO Mark Zuckerberg war in diesem Zusammenhang sogar von der eigenen Belegschaft deutlich kritisiert worden.

Fazit

Eine Facebook-Sprecherin hat erklärt, dass man die Entscheidung der Werbetreibenden respektiere. Das Unternehmen arbeite weiterhin daran, Hassreden von der Plattform zu entfernen. Auch mit Bürgerrechtsorganisationen bleibe man im Gespräch.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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