Trotz Zugeständnissen: Facebook-Boykott weitet sich aus

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Die Kampagne „Stop Hate for Profit“ gewinnt mehr und mehr Anhänger. Nun wollen auch Coca Cola, Markenriese Unilever und Kaffeeröster Starbucks einen Monat lang keine Werbung auf Facebook schalten. Verunsicherte Anleger ziehen sich zurück, was CEO Mark Zuckerberg über sieben Milliarden Dollar gekostet haben soll. Dabei hat er bereits angekündigt, künftig konsequenter gegen Hassrede vorzugehen – auch bei Politikern.

Teurer Kurseinbruch

Über 90 Unternehmen haben inzwischen öffentlich erklärt, dass und warum sie sich dem Facebook-Boykott anschließen. Der Konzerngigant Unilever, der weltweit zu den größten Werbetreibenden gehört, hat sogar für den Rest des Jahres abgesagt. Das sorgte auch an der Börse für Unruhe: Ende vergangener Woche war der Kurs der Facebook-Aktie um 8,3 Prozent gefallen. An nur einem Tag habe Mark Zuckerberg dadurch mehr als 7 Milliarden US-Dollar verloren, rechnete das Nachrichtenunternehmen Bloomberg aus. Die Initiatoren der Kampagne wollen weitere Unterstützer gewinnen.

Infos statt Fake News

Angesichts dieses Drucks sah sich der Facebook-Gründer wohl gezwungen, zu reagieren. In einem ausführlichen Statement sprach er von neuen Richtlinien, die in den kommenden Wochen wirksam werden sollten. Demnach würden die Präsidentschaftswahlen auf Facebook und Instagram von einem „Informationszentrum“ begleitet. Nutzer fänden hier beispielsweise Fakten zur Briefwahl, aber auch zu vielen anderen Themen. So solle verhindert werden, dass Wähler aufgrund von Drohungen oder gezielter Desinformation gar nicht erst an der Abstimmung teilnähmen. Zu diesem Info-Zentrum sollen laut Zuckerberg sämtliche Posts zum Thema „Präsidentschaftswahlen“ verlinkt werden – auch dann, wenn sie von einem Politiker geschrieben wurden.

Werbung ohne Hass

Bei bezahlten Anzeigen werde man künftig strenger vorgehen, so Zuckerberg weiter. Verboten ist es dann, Menschen aufgrund von Rasse, ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung als Bedrohung für andere darzustellen. Ebenso untersagen werde man Anzeigen, die Einwanderer, Migranten oder Flüchtlinge als minderwertig bezeichneten.

Reaktion auf Trump-Tweets

Bei gewöhnlichen Posts sieht Zuckerberg keinen Handlungsbedarf. Mit künstlicher Intelligenz und menschlicher Unterstützung würden schon jetzt 90 Prozent aller Hatespeech-Inhalte entdeckt, bevor ein Nutzer Meldung erstatte. Normalerweise lösche Facebook derartige Posts. Einzige Ausnahme: wenn öffentliches Interesse an der Äußerung bestehe; beispielsweise, weil sie von einem hochrangigen Politiker oder einem einflussreichen Medium stammt. In diesen Fällen soll künftig darauf hingewiesen werden, dass der Post gegen die Gemeinschaftsstandards verstößt.

Fazit

Angesichts der massiven Kritik im Rahmen der „Stop Hate For Profit“-Initiative wirken Zuckerbergs Pläne wenig überzeugend. Und der Druck dürfte in den kommenden Tagen noch zunehmen. Die Initiatoren wollen nun auch europäische Konzerne aufrufen, im Juli keine Werbung auf Facebook zu schalten.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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