Systemrelevanz: Sind Facebook & Co „too big to fail“?

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Bei aller berechtigten Kritik an IT-Giganten wie Google, Facebook oder Apple: Einen unkontrollierten Zusammenbruch derartiger Unternehmen kann sich niemand wünschen. Zu diesem Schluss kommen zwei Wissenschaftler der Universität Oxford. Am Beispiel Facebook haben sie mögliche Folgen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft untersucht. Ihre Bilanz: Für das Scheitern eines systemrelevanten Technik-Konzerns müssen Konzepte entwickelt werden.

Welche Folgen hätte ein Crash?

In Deutschland mag das soziale Medium mit dem blauen Daumen an Beliebtheit verlieren. Weltweit allerdings bleibt es mit 2,6 Milliarden monatlichen Nutzern die wichtigste Kommunikationsplattform. Dies gelte besonders für ärmere Länder, so die Autoren der Studie. Hier spiele Facebook auch für das gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Leben eine unverzichtbare Rolle. Ein Zusammenbruch, egal aus welchem Grund, könnte katastrophale Folgen haben. Millionen von Menschen wären nicht nur von Freunden und Familie abgeschnitten. Auch wichtige Einkaufsmöglichkeiten und unabhängige Informationsquellen könnten praktisch über Nacht verschwinden.

Was würde aus unseren Daten?

Und in Europa, wo Facebook wegen seiner Datenpolitik gern kritisiert wird? Bei einem Zusammenbruch des Konzerns müsste man sich hier wohl erst recht Sorgen um den Verbleib der gigantischen Datenmengen machen, so die Studie. Persönliche Profile, paketweise verschnürt, könnten in einem Insolvenzverfahren durchaus Abnehmer finden. Ein Löschen sämtlicher Speicher könne dennoch nicht im Interesse der Gesellschaft liegen. Denn dabei gingen nicht nur persönliche Erinnerungen verloren, sondern auch Unmengen an historischem Material, das für künftige Generationen interessant sein könnte.

Wie wahrscheinlich ist es wirklich?

Natürlich scheint ein plötzlicher Zusammenbruch des Zuckerberg-Imperiums und seiner Plattform im Moment alles andere als naheliegend. Doch die Wissenschaftler sehen auch Trends, die Facebook gefährlich werden könnten. Dazu gehört der wachsende Druck von Aufsichtsbehörden. Mit der europäischen Datenschutz-Grundverordnung und dem Consumer Privacy Act in Kalifornien behindern sie das Geschäft mit Daten. Daneben steht die Forderung im Raum, WhatsApp und Instagram von Facebook abzuspalten. Nicht zuletzt tendieren jüngere Leute immer mehr dazu, ihre digitale Kommunikation auf Messenger-Apps zu verlagern. All diese Entwicklungen könnten längerfristig dazu beitragen, dass das soziale Medium deutlich an Wert und Einfluss verliert. Ein „Fail“ ist also unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

Fazit

Auch beim Finanzunternehmen Lehman Brothers hätte lange Zeit niemand einen Zusammenbruch für möglich gehalten, heißt es in der Studie. Die Finanzkrise habe gezeigt, dass Politik und Gesellschaft sich trotzdem auf derartige Szenarien vorbereiten müssten. Das gilt nach Ansicht der Oxforder Wissenschaftler nicht nur für Finanz-Institute, sondern ebenso für systemrelevante Tech-Konzerne.

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Kommentare  
Besnija Pich
0 # Besnija Pich 14.08.2020, 14:02 Uhr
Zitat:
könnte katastrophale Folgen haben.
Ja welche denn? Man wird etwa keinen Zugriff mehr auf Fakenews und Hassrede haben? Da greift man eben nach der "Bild" wie in den guten alten Zeiten. Und ob FB die Daten hat oder ein anderer ist dem Nutzer eh egal. Missbraucht werden sie so oder so.
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