Datenschutz: Zugriff auf Facebook nun auch über das Tor-Netzwerk möglich

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Bisher gab es Probleme bei dem Versuch, sich anonym über das Tor-Netzwerk mit Facebook zu verbinden. Aufgrund der schnell wechselnden Standorte konnte das Konto für weitere Zugriffe gesperrt werden. Nun ermöglicht das soziale Netzwerk einen direkten Zugriff über Tor.

Eigene Adresse für das Tor-Netzwerk

Speziell für Nutzer des Tor-Browsers hat Facebook nun eine eigene Adresse angelegt. Über https://facebookcorewwwi.onion kann man nun auch über Tor problemlos das soziale Netzwerk Facebook nutzen. In der Vergangenheit machten die Sicherheitsvorkehrungen von Facebook oftmals Schwierigkeiten. Durch die ständig wechselnden Standorte stand der verwendete Account unter dem Verdacht, gehackt worden zu sein und konnte dadurch temporär gesperrt werden. Die neue Adresse gilt als „Hidden Service“. Das bedeutet, dass diese Adresse ausschließlich über das Tor-Netzwerk aufrufbar ist. Damit ist es „versteckt“ vor dem rechtlichen Web, da der Herkunft der Seite, also den Serverstandort, verbirgt. Weiterhin gilt jedoch, dass über die normalen Adressen von Facebook der Sicherheitsmechanismus auslöst, sobald man das anonyme Browsen via Tor nutzt.

Umgehung von Zensur, jedoch nicht vollständig anonym

In vielen Ländern werden bestimmte Webseiten Zensiert oder gar ganz gesperrt. Sie sind aus diesem Land somit nicht erreichbar. Um diese Zensor zu umgehen, kommt immer häufiger der Tor-Browser zum Einsatz. Damit lässt sich von überall auf der Welt jede beliebige Webseite aufrufen. Auch die Adresse facebook.com konnte so erreicht werden, jedoch mit den beschriebenen Einschnitten. Durch die neue Adresse dürfte es auch insbesondere in Krisengebieten für die Menschen möglich sein, über das soziale Netzwerk miteinander zu kommunizieren. Allerdings ist man nach wie vor nicht vollständig anonym bei Facebook.

Zwar kann bei der Beobachtung des Datenstroms die IP-Adresse nicht verfolgt und somit der Anschlussinhaber nicht festgestellt werden, jedoch sammelt, überträgt und speichert Facebook auch weiterhin persönliche Daten. Auch die Klarnamenspflicht stellt hier ein Problem dar, wodurch ein anonymes Kommunizieren unmöglich wird. Runa Sandvik vom Tor-Projekt schrieb auf Twitter: "Der Hidden Service ist ein riesiger Vorteil für Nutzer, die Privatsphäre und Sicherheit wollen, aber nicht unbedingt Anonymität“.

Fazit:

Der Vorstoß einiger großer IT-Unternehmen wie Apple, Google und nun auch Facebook beim Schutz der Anonymität und des Datenschutzes seit den Veröffentlichungen von Edward Snowden ist beachtlich, trotz des Widerstands diverser Behörden. Sowohl Apple als auch Google setzen künfitg auf Verschlüsslung der Smartphones und Facebook als Dienstleister geht den richtigen Schritt und bietet zumindest für den Standort über das Tor-Netzwerk Anonymität. So können gefährdete Personen nicht lokalisiert und aufgegriffen werden, wenn Sie das soziale Netzwerk zur Kommunikation benutzen.

Ob Facebook dadurch zu einer durchgängig sicheren Platform wird, kann man jedoch bezweifeln. Zu unsicher ist und bleibt, in wie weit amerikanische oder ausländische Behörden Zugriff auf die von Facebook gesammelten Daten erhalten.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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