Facebook: Das Nutzerverhalten soll zu Werbezwecken künftig auch außerhalb des Netzwerks gespeichert werden

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Wie es Amazon bei seinen Werbeanzeigen schon seit Jahren ähnlich praktiziert, will nun auch Facebook das Surfverhalten seiner Nutzer beobachten und um die Werbung  genauer anzupassen – jedoch wesentlich umfangreicher. Die Nutzer sollen dabei aber die Möglichkeit erhalten, direkten Einfluss auf die gesammelten Daten zu nehmen.

Sammeln von Daten außerhalb von Facebook bald auch in Deutschland

Schon seit einigen Monaten analysiert und speichert Facebook das Surfverhalten seiner amerikanischen Nutzer auch außerhalb von Facebook. Es wird beobachtet, wonach der Nutzer sucht oder was er sich soeben gekauft hat, welche Webseiten er besucht oder zu welcher demografischen Gruppe er zugehörig ist. Hierüber wird im Anschluss bestimmt, welche Werbung Facebook diesem Nutzer einblendet. Dadurch kann die Werbung noch spezifischer an den Nutzer angepasst werden, wodurch sich die Werbeeinnahmen vermutlich drastisch steigern ließen.

An diesem Donnerstag hat Facebook nun angekündigt, diese Technik bald auch nach Deutschland auszuweiten und auch hier genauer hinzusehen, was seine deutschen Nutzer interessiert. Bislang wurden die Anzeigen für deutsche Nutzer ausschließlich anhand der Interaktionen auf Facebook selbst spezifiziert.

Nutzer bekommen Kontrolle über gesammelte Daten

Diese Methode zur nutzerspezifischen Werbeanzeige kennt man bisher vor allem von Amazon. Je nachdem was man sich bei Amazon angesehen hat oder welche Webseite man soeben besucht hat, werden Werbeanzeigen von Produkten geschaltet, die zu dem Thema passen könnten. Oftmals wundert man sich jedoch, wie solche Anzeigen zustande kommen oder wie genau die Werbung auf die aktuellen Interessen passen. Facebook will hier einen neuen Weg einschlagen und die Nutzer besser und detaillierter aufklären. Wenn eine spezielle Werbeanzeige über Informationen außerhalb von Facebook ermittelt wurde, kann über einen kleinen Pfeil an der Werbung angezeigt werden, warum eben genau diese Werbung ausgesucht wurde. Hier wird dem beworbenen mitgeteilt, welche Daten zu der spezifizierten Werbung beigetragen haben. Das können zum Beispiel besuchte Webseiten, angeklickte Anzeigen aber auch verwendete Suchbegriffe sowie getätigte Einkäufe sein. So bekommt der Nutzer eine direkte Kontrolle darüber, welchen Einfluss sein Surfverhalten hatte.

Nutzer können gesammelte Daten direkt beeinflussen

Bei einer Auflistung der Daten, die zu einer einzelnen Werbung geführt haben, will Facebook es allerdings nicht belassen. Künftig sollen die Nutzer auch direkten Einfluss darauf haben, welche Daten die Werbeanzeigen beeinflussen. So gibt Facebook seinen Nutzern die Möglichkeit, sich alle Daten anzeigen zu lassen, die bisher gesammelt wurden. Hier hat man die Möglichkeit, einzelne Daten wieder zu entfernen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn dort ungewollte Einträge vorhanden sind, die sonst niemanden etwas angehen.

Durch die umfangreiche Datenspeicherung reicht das Löschen von Cookies und des Browserverlaufs nicht aus, die Anzeigen würden sich weiterhin auf bisherige Daten stützen. Allderings sollen die Facebook-Nutzer die Gelegenheit erhalten, auch sämtliche Daten wieder zu entfernen, wodurch die Anzeigen als direkte Folge weniger nutzerspezifisch sein werden. Es soll außerdem die Möglichkeit gegeben sein, selbst Interessen hinzuzufügen oder zu entfernen. Ob man jedoch freiwillig noch mehr Informationen preisgeben möchte, als das soziale Netzwerk ohnehin schon hat, bleibt jedem selbst überlassen.

Fazit:

Mit der Ausweitung der Datensammel-Leidenschaft von Facebook werden die gespeicherten Informationen über die Nutzer noch gravierender wachsen. Ob man diese Methode der Datenspeicherung vollständig unterbinden kann, ist derzeit noch offen. Datenschutzrechtlich wäre es jedoch problematisch, gäbe es keine OptOut Funktion mit der man auch weiterhin bedenkenlos Surfen kann, ohne das Gefühl zu haben, beobachtet zu werden. Im Fall von Amazon werden die Anzeigen hauptsächlich durch die jeweilige besuchte Webseite oder anhand von eingegeben Suchbegriffen auf Amazon selbst generiert.

Sollte diese neue Funktion bei Facebook standardmäßig eingeschaltet sein und sollte die Möglichkeit fehlen, sich der Speicherung über ein opt-out zu entziehen, werden Datenschützer sicherlich nicht lange damit warten, eine rechtliche Prüfung einzuleiten.

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