Facebook: Das Nutzerverhalten soll zu Werbezwecken künftig auch außerhalb des Netzwerks gespeichert werden

(4 Bewertungen, 4.00 von 5)

Wie es Amazon bei seinen Werbeanzeigen schon seit Jahren ähnlich praktiziert, will nun auch Facebook das Surfverhalten seiner Nutzer beobachten und um die Werbung  genauer anzupassen – jedoch wesentlich umfangreicher. Die Nutzer sollen dabei aber die Möglichkeit erhalten, direkten Einfluss auf die gesammelten Daten zu nehmen.

Sammeln von Daten außerhalb von Facebook bald auch in Deutschland

Schon seit einigen Monaten analysiert und speichert Facebook das Surfverhalten seiner amerikanischen Nutzer auch außerhalb von Facebook. Es wird beobachtet, wonach der Nutzer sucht oder was er sich soeben gekauft hat, welche Webseiten er besucht oder zu welcher demografischen Gruppe er zugehörig ist. Hierüber wird im Anschluss bestimmt, welche Werbung Facebook diesem Nutzer einblendet. Dadurch kann die Werbung noch spezifischer an den Nutzer angepasst werden, wodurch sich die Werbeeinnahmen vermutlich drastisch steigern ließen.

An diesem Donnerstag hat Facebook nun angekündigt, diese Technik bald auch nach Deutschland auszuweiten und auch hier genauer hinzusehen, was seine deutschen Nutzer interessiert. Bislang wurden die Anzeigen für deutsche Nutzer ausschließlich anhand der Interaktionen auf Facebook selbst spezifiziert.

Nutzer bekommen Kontrolle über gesammelte Daten

Diese Methode zur nutzerspezifischen Werbeanzeige kennt man bisher vor allem von Amazon. Je nachdem was man sich bei Amazon angesehen hat oder welche Webseite man soeben besucht hat, werden Werbeanzeigen von Produkten geschaltet, die zu dem Thema passen könnten. Oftmals wundert man sich jedoch, wie solche Anzeigen zustande kommen oder wie genau die Werbung auf die aktuellen Interessen passen. Facebook will hier einen neuen Weg einschlagen und die Nutzer besser und detaillierter aufklären. Wenn eine spezielle Werbeanzeige über Informationen außerhalb von Facebook ermittelt wurde, kann über einen kleinen Pfeil an der Werbung angezeigt werden, warum eben genau diese Werbung ausgesucht wurde. Hier wird dem beworbenen mitgeteilt, welche Daten zu der spezifizierten Werbung beigetragen haben. Das können zum Beispiel besuchte Webseiten, angeklickte Anzeigen aber auch verwendete Suchbegriffe sowie getätigte Einkäufe sein. So bekommt der Nutzer eine direkte Kontrolle darüber, welchen Einfluss sein Surfverhalten hatte.

Nutzer können gesammelte Daten direkt beeinflussen

Bei einer Auflistung der Daten, die zu einer einzelnen Werbung geführt haben, will Facebook es allerdings nicht belassen. Künftig sollen die Nutzer auch direkten Einfluss darauf haben, welche Daten die Werbeanzeigen beeinflussen. So gibt Facebook seinen Nutzern die Möglichkeit, sich alle Daten anzeigen zu lassen, die bisher gesammelt wurden. Hier hat man die Möglichkeit, einzelne Daten wieder zu entfernen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn dort ungewollte Einträge vorhanden sind, die sonst niemanden etwas angehen.

Anzeige

Durch die umfangreiche Datenspeicherung reicht das Löschen von Cookies und des Browserverlaufs nicht aus, die Anzeigen würden sich weiterhin auf bisherige Daten stützen. Allderings sollen die Facebook-Nutzer die Gelegenheit erhalten, auch sämtliche Daten wieder zu entfernen, wodurch die Anzeigen als direkte Folge weniger nutzerspezifisch sein werden. Es soll außerdem die Möglichkeit gegeben sein, selbst Interessen hinzuzufügen oder zu entfernen. Ob man jedoch freiwillig noch mehr Informationen preisgeben möchte, als das soziale Netzwerk ohnehin schon hat, bleibt jedem selbst überlassen.

Fazit:

Mit der Ausweitung der Datensammel-Leidenschaft von Facebook werden die gespeicherten Informationen über die Nutzer noch gravierender wachsen. Ob man diese Methode der Datenspeicherung vollständig unterbinden kann, ist derzeit noch offen. Datenschutzrechtlich wäre es jedoch problematisch, gäbe es keine OptOut Funktion mit der man auch weiterhin bedenkenlos Surfen kann, ohne das Gefühl zu haben, beobachtet zu werden. Im Fall von Amazon werden die Anzeigen hauptsächlich durch die jeweilige besuchte Webseite oder anhand von eingegeben Suchbegriffen auf Amazon selbst generiert.

Sollte diese neue Funktion bei Facebook standardmäßig eingeschaltet sein und sollte die Möglichkeit fehlen, sich der Speicherung über ein opt-out zu entziehen, werden Datenschützer sicherlich nicht lange damit warten, eine rechtliche Prüfung einzuleiten.

Praxis-Tipp
Für mehr Informationen nehmen Sie einfach an unserem kostenlosen Webinar "Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten" teil:

Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Kartenzahlung: Wirbel um Speicherung von EC-Karten-Daten Haben die grössten Abwickler von EC-Kartenzahlungen unrechtmäßig Daten von Kunden gespeichert und verarbeitet? Nach Recherchen des Hörfunk-Nachrichtenprogramms ...
Weiterlesen...
Cookie-Hinweis auf Webseiten: Quatsch oder Pflicht? Viele Seitenbetreiber konfrontieren ihre Besucher mit einem Cookie-Hinweis auf der Webseite. Die meisten Nutzer sind davon aber ziemlich genervt. Brauchen Seite...
Weiterlesen...
Google-Street-View: Nachträgliche Verpixelung möglich Nachdem seit dem 18.11.2010 insgesamt 20 deutsche Städte mit dem Google-Dienst 'Street-View' aus der Nähe betrachtet werden können, gibt es weiterhin Kritiker. ...
Weiterlesen...
T-Online muss der Staatsanwaltschaft Auskunft über Name und Adresse eines Nutzers erteilen Das Landgericht Stuttgart hat am 04.01.2005 (Az.: 13 Qs 89/04) entschieden, dass T-Online die hinter einer bestimmten IP-Adresse stehenden Informationen wie N...
Weiterlesen...
Strafrecht: Verurteilter darf Opfer nicht via Facebook kontaktieren  Auch im Strafrecht haben mittlerweile Probleme rund um das soziale Netzwerk „Facebook“ Einzug gehalten. Das Oberlandesgericht Hamm musste sich fragen, o...
 
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

video tutorials teaser

eRecht24-Videos: IT-Recht verständlich

IT-Recht, endlich verständlich: Jetzt können auch Sie Ihre Website einfach und schnell abmahnsicher gestalten, wenn Sie richtig vorgehen!

Mehr Informationen

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support