Abmahnung: Facebook-Nutzer soll 1000 Euro wegen Drücken auf „Teilen“- Button zahlen

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Eine Nutzerin hat den „Share“-Button der "Bild"-Zeitung genutzt und einen Beitrag über das Fahren ohne Führerschein des Fußballers Marco Reus geteilt. Wegen der fehlenden Urheberbezeichnung auf dem Vorschaubild wurde Sie nun abgemahnt. Sowohl Webseitenbetreiber als auch Nutzer könnten künftig ebenfalls betroffen sein.

 

Update

Einen aktuellen Beitrag zu Abmahnungen, Urteilen und rechtssicheren Alternativen zum Facebook- Like-Button finden Sie hier
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Was war geschehen?

Abmahnungen wegen geteilten und urheberrechtlich geschützten Bildern sind allgemein bekannt und sorgten in der Vergangenheit bereits für viele Diskussionen. Vor allem beim Teilen von Links auf dem sozialen Netzwerk Facebook gab es immer die Gefahr, dass das automatisch generierte Bild gegen geltendes Urheberrecht verstößt. Nun erregt eine neue Abmahnung die Aufmerksamkeit von Juristen.

Es gibt aktuell eine Abmahnung, in der eine Facebook-Nutzerin einen Artikel der "Bild"-Zeitung via Share-Button geteilt hat und nun wegen der fehlenden Urheberkennzeichnung abgemahnt wurde. Dieser Button ist auf der Webseite von "Bild" hinterlegt und dient zum schnellen Teilen von Nachrichten auf Facebook. Dadurch wird aber automatisch ein Vorschaubild generiert, ohne dass der Urheber des Fotos genannt wird. Diese fehlende Urhebernennung wurde nun abgemahnt.

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Besonderheit: Vorschaubild lässt sich nicht entfernen

Gefährlich ist dieser Fall auch deshalb, weil Facebook beim Verwenden des „Share“-Buttons dem Nutzer gar keine Möglichkeit zur Bearbeitung des Vorschau-Textes oder –Bildes bietet. Wird dieser Button auf einer Webseite genutzt, kann man lediglich einen eigenen Kommentar hinzufügen, alle weiteren Inhalte werden vollständig automatisch erstellt und geteilt. Fraglich ist also, inwiefern den Nutzer die Schuld trifft und ob möglicherweise der Webseitenbetreiber (in dem Fall also "Bild") verhindern muss, das Vorschaubilder aus Fotos des Artikels generiert werden können. Sinnvoll wäre auch, wenn Facebook dem Nutzer die Möglichkeit geben würde, auch auf diese Weise geteilte Inhalte bearbeiten zu können.

Blogbetreiber besonders betroffen?

Teuer werden könnte diese Ansicht - wenn die Gerichte diese teilen - für Betreiber von Blogs. Diese haben in der Regel nur einfache Bildlizenzen, die das Teilen der Fotografien in sozialen Netzwerken gar nicht erlauben. In diesem Fall können abgemahnte Nutzer Regressansprüche an den Blogbetreiber stellen, die schnell sehr teuer werden können. Deshalb sollten Blogger und Seitenbetreiber darauf achten, passende Lizenzen zu verwenden oder technisch zu verhindern, dass Vorschaubilder mit den Artikelfotos generiert werden können. Ist beides nicht umsetzbar, sollte auf die „Share“-Buttons vorerst verzichtet werden.

Tipp: Mehr Infos zum rechtssicheren Nutzung von Facebook als Unternehmer finden Sie hier

Update:

Die Abmahnung des Fotographen wurde zwischenzeitlich zurück gezogen. Der Springer Konzern erklärte dazu, dass "in den aktuellen Regelungen mit den Fotografen die Social-Media-Nutzung explizit geklärt und auch die Erlaubnis für die Sharing-Funktion abgedeckt ist."

Das bedeutet in diesem konkreten Fall erst einmal Entwarnung. Grundsätzlich geklärt ist diese Frage damit aber weiterhin nicht, so dass es alle Monate wieder zu solchen Meldungen kommen kann.

Fazit:

Sollte sich die Rechtsansicht der Abmahner vor Gericht durchsetzen, könnte dies zu einer neuen Abmahnwelle führen. Teuer werden kann es dann sowohl für denjenigen, der die Bilder teilt als auch für denjenigen, der den Share-Button eingebunden hat.

Auch Nutzer sollten den „Share“-Button meiden und einen Webseiten-Link eher manuell teilen. Dabei hat man die Möglichkeit, das Vorschaubild vollständig zu entfernen. Eine Anleitung dazu finden Sie in unserem Beitrag "Abmahnfalle Facebook: Was Sie tun können, um nicht wegen geteilter Vorschaubilder abgemahnt zu werden"Abmahnfalle Facebook: Was Sie tun können, um nicht wegen geteilter Vorschaubilder abgemahnt zu werden" werden"

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