Gericht: Facebook darf keine Daten von Nicht-Mitgliedern sammeln

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Dass seine Nutzer dem Social Network erlauben, ihnen auf Schritt und Tritt im Internet zu folgen, ist Teil der Richtlinien. Dass aber jeder User, der mal auf eine Facebook-Seite gelangt, mit Hilfe von Cookies weiter beobachtet wird, will ein belgisches Gericht unterbinden: Wenn Facebook nicht innerhalb von 48 Stunden reagiert, werden Strafen von bis zu 250.000 Euro pro Tag fällig.

Facebook setzt Cookies ohne Erlaubnis der Nutzer

Eine kleine Datei namens „Datr“ ist es, die dem Facebook-Konzern in San Francisco jede Menge Daten über seine Mitglieder, aber auch über viele andere Online-Surfer vermittelt. Denn ob Mitglied oder nicht: Beim Besuch einer Facebook-Seite wird Datr auf dem Browser des Benutzers installiert. Von da an registriert es jede Internet-Seite, die einen sogenannten Social Plug aufweist; das ist ein „Teilen“- oder „Gefällt mir“-Facebook-Button, wie er auf unzähligen Seiten im World Wide Web zu finden ist. Dieses Cookie wird automatisch und ohne Zustimmung der Besucher gesetzt, was gegen belgisches Datenschutzrecht verstößt.

„Datensammeln zum Schutz der User“

Facebook verteidigt das umstrittene Cookie seit Jahren. Ein Vertreter des Netzwerks erklärte dem Gericht, dass Datr doch gerade dazu diene, die Sicherheit der Nutzer zu erhöhen. Dank des Cookies könne man maschinell gesteuerte Computer von menschlichen Usern unterscheiden: die Maschinen, die darauf programmiert seien, fremde Accounts zu knacken, riefen oft Hunderte verschiedener Seiten in wenigen Minuten auf. Dahinter steckten häufig Kriminelle, vor denen Facebook seine Kunden schützen wolle.

Datenverwendung nicht eindeutig geklärt

Darüber hinaus würden die gesammelten Informationen nach zehn Tagen gelöscht, so Facebook. Einzelnen Personen könne man die Daten sowieso nicht zuordnen. Damit verstößt das soziale Netzwerk nach eigener Meinung keinesfalls gegen irische Gesetze, und nur an die müsse man sich halten, da die Europazentrale von Facebook in Dublin sitze, so ein Sprecher.

Der belgische Richter sah das anders. Das Sammeln von Informationen über Online-Surfer ohne deren ausdrückliche Zustimmung sei illegal, zumal die Verwendung der Daten nicht eindeutig geklärt sei.

Fazit:

Die belgische Datenschutzbehörde hat Facebook verklagt und Recht bekommen: Der Konzern darf ab sofort Cookies nicht mehr in Browsern von Webseitenbesuchern speichern, die kein Facebook-Profil haben oder gerade nicht eingeloggt sind. Als Strafe drohen 250.000 Euro täglich. Facebook will das Urteil anfechten.

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Kommentare  
Bachsau
0 # Bachsau 24.05.2018, 08:13 Uhr
Man kann es auch übertreiben. Cookies speichert schließlich der Browser und nicht der Website-Betreiber. Wer das als Nutzer zulässt, hat es selbst zu verantworten. Bei mir z.B. werden Like-Buttons gar nicht erst geladen und Drittanbieter dürfen keine Cookies setzen.
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