Facebook: In Belgien bald nur noch für Mitglieder sichtbar

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Rund drei Wochen ist es her, dass ein belgisches Gericht dem sozialen Netzwerk verboten hat, Daten von Nichtmitgliedern zu sammeln. Nun hat das Unternehmen Konsequenzen angekündigt: Ohne Account können Belgier künftig keine Facebook-Seiten mehr ansehen – das gilt auch für öffentliche Profile von Politikern, Unternehmen und Verbänden.

Konsequenz aus Urteil eines belgischen Gerichts

Vorausgegangen war eine Klage der belgischen Datenschutzkommission, die sich auf das sogenannte „Datr“-Cookie bezog. Diese winzige Tracking-Datei wird bisher im Browser gespeichert, sobald Nutzer eine Seite besuchen, die über einen Like-Button mit dem Netzwerk verbunden ist. Von diesem Zeitpunkt an sendet Datr Informationen über das weitere Surfverhalten an Facebook zurück, wo sie zwei Jahre lang gespeichert werden.

Wehren können sich die User nicht – und genau deshalb hat ein belgisches Gericht den Einsatz des Cookies bei all den Besuchern verboten, die nicht ausdrücklich durch Anlegen eines Facebook-Accounts zugestimmt haben. Bis zu 250.000 Euro täglich sollte der Konzern bei Verstoß gegen das Urteil zahlen – eine Drohung, die Facebook offenbar zu schnellem Handeln motivierte. Inkrafttreten soll die neue Maßnahme, sobald das Gerichtsurteil in übersetzter Version zugestellt ist, also voraussichtlich im Lauf der kommenden Woche.

Datenschützer sprechen von „Erpressung“

Allerdings ist die Klägerin, die oberste belgische Datenschutzkommission, alles andere als zufrieden. Facebook habe lediglich darauf verzichten sollen, das Datr-Cookie bei Nichtmitgliedern zu speichern. Die jetzt angekündigte Regelung, wonach man ohne Account auch aus öffentlichen Seiten ausgesperrt bleibe, lasse die Datenschützer als Blockierer von Informationen dastehen: Schließlich habe ihre Klage zur Folge gehabt, dass die Facebook- Profile von Politikern, Prominenten, Vereinen und öffentlichen Organisationen nun für viele Menschen nicht mehr sichtbar seien.

„Cookies zum Schutz der User“

Facebook allerdings sieht nach eigenen Angaben keine andere Möglichkeit, auf das Urteil zu reagieren. Zwar wolle man langfristig Berufung einlegen, müsse jedoch unmittelbar reagieren, um die hohen Geldstrafen zu vermeiden. Auf den Einsatz des umstrittenen Cookies zu verzichten, ist aus Sicht des US-Unternehmens unmöglich. Mehrfach hatten Facebook-Vertreter erklärt, dass Datr die Sicherheit seiner Nutzer garantiere: Das Cookie helfe, gefälschte Profile ausfindig zu machen, wie sie häufig von Kriminellen benutzt würden, um Viren einzuschleusen.

Fazit:

Voraussichtlich ab der kommenden Woche werden Facebook-Seiten in Belgien nur noch für Besitzer eines Accounts bei dem sozialen Netzwerk sichtbar sein. Grund dafür sind die hohen Geldstrafen, die ein belgisches Gericht angedroht hat, falls Facebook weiterhin Daten von Nichtmitgliedern sammelt. Datenschützer sprechen von Erpressung: Anstatt das Sammeln von Informationen einzustellen, werde der Zugang für Nicht-Kunden komplett gesperrt.

 

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