Neues Urteil: Adblocker im Internet sind nicht illegal

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Auch die fünfte Gerichtsentscheidung zum Thema Werbeblocker macht deutlich: Die Programme zum Unterdrücken von Werbung im Internet sind legal. Nach dem Axel Springer Verlag, RTL Interactive, ProSieben/Sat1 und ZeitOnline/Handelsblatt wurde nun auch die Klage des Süddeutschen Verlags gegen den Entwickler der Software, die Kölner Firma Eyeo abgewiesen.

Süddeutsche: „Impliziter Vertrag zwischen User und Verlag“

Schäden in sechsstelliger Höhe wirft der Verlag den Adblock-Machern vor. Gezielt behindere man mit dem Programm den Vertrieb von Werbung im Internetangebot der Süddeutschen. Damit greife die Kölner Firma Eyeo in den „impliziten Vertrag“ zwischen Leser und Verlag ein, der den kostenlosen Abruf von Artikeln erst möglich mache. Das sah das Landgericht München anders: Ein faktisches Vertragsverhältnis, das den Leser zum Ansehen von Werbung verpflichte, gebe es nicht. Die Software ermögliche dem Nutzer lediglich, die abzurufenden Inhalte genauer auszuwählen.

LG München: Verlage und Adblock-Vertreiber sind Konkurrenten

Auch die umstrittene Praxis der sogenannten Whitelist beschäftigte das Gericht: Die hier aufgeführten „Acceptable Ads“ werden trotz Werbeblocker zugelassen. Welche Anzeigen die Betreiber als „akzeptabel“ ansehen, und wieviel Kunden für eine Aufnahme in die Whitelist zahlen müssen, legt die Firma Eyeo selbst fest. Für das Landgericht München kein Problem: Zwar entstünde damit eine Konkurrenz zwischen Verlag und Softwarebetreiber. Die Firma Eyeo aber wolle aber das Angebot des Süddeutschen Verlags weder vom Markt verdrängen noch in seiner Entfaltung behindern.

Ob der Süddeutsche Verlag in Berufung gehen wird, ist noch offen. Schon jetzt aber experimentiert das Unternehmen auch mit anderen Maßnahmen zur Finanzierung seines Online-Angebots: Ein Teil der Artikel ist nur für zahlende Abonnenten sichtbar. Doch auch eine Sperre für Adblock-Nutzer, wie BILD und Geo sie eingeführt haben, wird nicht ausgeschlossen.

Fazit:

Die Kölner Eyeo GmbH mit ihrem Adblock-Programm hat zum fünften Mal vor einem deutschen Gericht Recht bekommen: Der Richter sprach zwar von Konkurrenzdruck durch den Vertrieb der Software, konnte aber eine gezielte Behinderung des Süddeutschen Verlags nicht erkennen. Ein abschließendes Urteil des Bundesgerichtshofs steht noch aus. Schon jetzt aber überlegen sich die Betreiber der Onlineseiten, wie sie die Finanzierung ihrer Angebote sichern können.

Auch wird das Urteil nicht das letzt Wort bleiben. Es sind in einigen "Adblocker-Fällen" erste Berufungsverfahren bereits angekündigt: Schon jetzt ist klar, dass der Bundesgerichtshof sich mit dem Thema befassen muss.

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Kommentare  
Naderio.de
0 # Naderio.de 13.04.2016, 17:33 Uhr
Ich als Website-Betreiber freue mich auf den Tag, an dem es eine Einigung gibt...
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Heimatmuseum
0 # Heimatmuseum 14.04.2016, 03:34 Uhr
Das Gericht meint: Die Firma Eyeo aber wolle aber das Angebot des Süddeutschen Verlags weder vom Markt verdrängen noch in seiner Entfaltung behindern.

Damit hat sie recht. Natürlich will Eyeo das nicht, denn sie lebt davon, dass der Verlag lebt, denn nur das ermöglicht, über eine Whitelist Einnahmen zu generieren. In Mafiakreisen nennt man das "Schutzgebühr". Selbst bei wohlwollendster Betrachtung verzerrt das den Markt, denn die "Großen" können sich die Gebühren leisten, kleinere Webmaster werden auf der Strecke bleiben. Die Vielfalt des Internets damit ebenfalls...
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Thomas
0 # Thomas 14.04.2016, 10:47 Uhr
Kleiner Hinweis zur BILD

Mit Ad-Blockern werden keine Artikel angezeigt, sondern eine milchige Seite samt dem Hinweis, man verwende Ad-Blocker, überblendet.

Somit eine harte "Bezahlschranke".
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Peter
-1 # Peter 28.06.2016, 22:49 Uhr
Adblocker sind legal und müssen auch legal bleiben denn ich bezahle den Internetzugang, also entscheide ich was über meine Leitungen auf meinen Rechner kommt. Wenn ich einen Adblocker verwende ist das mein probates Mittel mich vor der Flut des Werbemülls zu schützen.

Woher aber wissen Firmen wie Bild und Co. Das ich einen Werbeblocker aktiviert habe?
Doch nur, weil Sie offensichtlich illegal meinen Rechner ausgespäht habe und das nennt sich schlichtweg Sabotage. Und wieso werden Bild und Co. Nicht dafür verklagt und bestraft?
(mir ist klar das es techn. betrachtet etwas komplizierter ist aber es rechtfertigt m.E. nicht die gewonnene Informationen gegen mich zu verwenden. Das wäre ein Eingriff in meine pers. Freiheit) und genau das praktizieren diese Verlage. Wieso zerrt eigentlich kein Anwalt mit einer Musterklage diese kriminellen Elemente mal vor ein Gericht?

Im Übrigen geht es mir am Ars.. vorbei wenn solche Firmen Ihre Webseiten für mich sperren denn Dank der weltweiten Vernetzung und etwas Recherche komme ich schon an meine Informationen.

Und wenn es wirklich wichtig ist dann sollte ich Fair bleiben und ggf. ein Abo oder die Zeitschrift kaufen aber Gängeln lassen dürfen wir uns von solchen Firmen nicht.
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Thomas
0 # Thomas 30.06.2016, 21:25 Uhr
Was redest du da für einen Blödsinn?
Rechner ausgespäht? Sabotage?

Wer keine Ahnung hat, einfach mal.....

Technisch hat das überhaupt nichts mit Spähen zu tun. Ausßerdem, was hat das Bezahlen des Internetzugangs mit dem zu tun, was du auf deinen Rechner lädst?

Sorry, aber ein ganz kleines Bisschen informieren darf man sich schon, wenn man meint solche Kommentare zu schreiben.....
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