Abmahnung: Pokémon GO verstößt gegen Datenschutzbestimmungen

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Droht dem Pokémon-Hype in Deutschland das Aus? Zumindest die erste Abmahnung hat der Betreiber der App, das kalifornische Unternehmen Niantic, jetzt kassiert. Denn während Millionen die kleinen bunten Monster mit den lustigen Namen jagen, sammelt die App jede Menge persönlicher Daten über deren Smartphones ein. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert deshalb eine Änderung der Datenschutzbestimmungen des Spiels in den nächsten drei Wochen.

Millionenfaches Einwilligen in fragwürdige Nutzungsbedingungen

Unter Kindern, Jugendlichen und Junggebliebenen grassiert ein extrem ansteckendes Virus. Auslöser ist ein kostenloses Spiel, das innerhalb einer Woche allein in Deutschland auf über eine Million Smartphones heruntergeladen wurde. Die Nutzungsbedingungen, die dabei akzeptiert werden müssen, dürften die meisten Nutzer keines weiteren Blickes gewürdigt haben. Viel wichtiger ist es, endlich mit der Jagd auf virtuelle Mini-Monster zu beginnen, indem man mit dem Smartphone verschiedenste Orte in der realen Welt aufsucht.

Mitspielen kann nur, wer sich über einen eigens angelegten Account oder über ein Google- Konto anmeldet. Die Macher der App erhalten so ein ziemlich ausführliches Bewegungsprofil ihrer User. Das und eventuelle weitere personenbezogene Informationen dürfen sie laut Nutzungsbedingungen auch an Dritte weitergeben. Nach Meinung deutscher Datenschützer ist das mit deutschem Recht nicht vereinbar.

Bei Einstellung des Dienstes ist das Pokégeld futsch

Auch die Vertragsbedingungen lassen aus Sicht des Bundesverbandes der deutschen Verbraucherzentralen zu wünschen übrig. So kann Niantic jederzeit seine Richtlinien ändern oder seinen Dienst ganz einstellen. Ärgerlich ist das vor allem für Spieler, die reales Geld in die Jagd auf Pikachu, Taubsi und Glumanda investiert haben.

99 Cent kosten 100 sogenannte Pokémünzen. Damit bezahlt man für virtuelle Hilfsmittel, die das Fangen der „Pocket Monster“ erleichtern. Eine Rückgabe bereits gezahlten Geldes bei einer eventuellen Beendigung des Spiels ist nicht vorgesehen. Insgesamt 15 Klauseln der Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen hat der Bundesverband abgemahnt, weil sie nicht deutschem Recht entsprechen. Wenn die Betreiber im kalifornischen San Francisco bis 9. August nicht auf die strittigen Vertragspunkte verzichten, wollen die Verbraucherschützer vor Gericht ziehen.

Praxis-Tipp:

Wer bei dem Massenphänomen mitreden und ebenfalls auf Monsterjagd gehen will, kann immerhin darauf achten, so wenig persönliche Daten preiszugeben, wie möglich:

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1. Loggen Sie sich deshalb nicht über ein Google-Konto ein, das möglicherweise mit weiteren Apps und Programmen vernetzt ist, die ebenfalls Informationen speichern.

2. Eröffnen Sie stattdessen einen Account nur für Pokémon Go. Verwenden Sie dabei nach Möglichkeit eine spezielle E- Mail-Adresse, die nicht für andere Zwecke genutzt wird.

Mehr Infos zu Pokémon Go finden Sie in unserem Beitrag "Pokémon GO - die rechtliche Seite: Datenschutz, Unfälle und Trojaner"

Sören Siebert
Sören SiebertRechtsanwalt
Kommentare  
michael
-3 # michael 28.07.2016, 12:03 Uhr
Sagen Sie bitte, wenn ich eine webseite mit amazonprodukten aufbaue, wie ist es da mit den rechten der bilder?
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