Digitale Patientenakte: "Vivy" startet als smarte App der Krankenkassen

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Krankenkassen haftete bisher das Image einer antiquierten und verstaubten Institution an. Damit soll jetzt Schluss sein: Mit der Anwendung „Vivy“, die als App sowohl für iOS- als auch Android-basierte Betriebssysteme erhältlich ist, wollen die Krankenkassen auch digital voll durchstarten. Versicherte können durch die App auf eigene Daten zugreifen und diese verwalten, aber auch Befunde bei anfordern und speichern können.

Die Digitalisierung macht auch vor dem Gesundheitssektor nicht Halt

Die neue App kommt dem Bedürfnis nach, Serviceleistungen digital zu bündeln und gleichzeitig einen transparenten Zugriff auf Befunde, Rezepte und Daten zu ermöglichen. Ebenfalls bietet Vivy die Option, Arzttermine einzutragen und einen Fitnesstracker mit der App zu verbinden, die kontinuierlich Daten zur Auswertung übermittelt.

Um auch mit den Erfordernissen des Datenschutzes mitzuhalten, muss Vivy die sensiblen Gesundheitsdaten entsprechend schützen. Insbesondere durch die Datenschutzgrundverordnung werden hier Maßnahmen eingefordert, die die hohen Schutzstandards sicherstellen sollen – aber auch andere Schutzvorschriften haben gleichberechtigt einen Geltungsanspruch und müssen daher unmittelbar beachtet werden.

Im Gesundheitsbereich gilt nicht nur die DSGVO

Gesundheitsdaten jeder Art zählen gem. Art. 9 I DSGVO zu den sensiblen Daten. Sie gehören damit zu der Kategorie von personenbezogenen Daten, deren Verarbeitung durch die DSGVO grundsätzlich nicht gestattet ist. Ausnahmen von diesem Verbot werden explizit in den Absätzen 2 bis 4 (sogenannte Öffnungsklauseln) normiert: Dazu zählen auch nationale Regelungen, wie sie zum Beispiel in Deutschland durch § 291a Sozialgesetzbuch V (kurz: SGB V) schon für die Elektronische Gesundheitskarte festgelegt werden. Eine Anwendung dieser Vorschriften kann nach richtiger Ansicht auch für Apps wie Vivy angenommen werden.

Demnach erfolgt die Einwilligung des Versicherten in die Verarbeitung seiner Daten freiwillig. Sie kann zudem jederzeit widerrufen werden. Werden Diagnosen bzw. Befunde und Ergebnisse abgefragt, so erfolgt diese Abfrage nicht als Verarbeitungstätigkeit (d. h. als Weitergabe an außenstehende Dritte), sondern als Abfrage des Betroffenen selbst i. S. d. DSGVO.

Datenschutzanforderungen werden durch Vivy berücksichtigt

Laut eigener Auskunft ist Vivy datenschutzkonform – das geht zumindest aus der Datenschutzerklärung der App hervor. Dazu trägt auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei. Die gespeicherten Daten werden anonymisiert und ausschließlich auf Servern im Standort Deutschland gehostet: Auch das ein wichtiges Indiz für die Datenschutzkonformität der Gesundheitsapp. Die bisher geäußerte Kritik an der App vernachlässigt den Umstand, dass Daten nur zwischen Arzt und Patient geteilt werden: Andere Datenübermittlungen finden nicht statt.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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