Mordprozess: Amazons Alexa als Zeugin?

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Zwei Frauen werden im US-Bundesstaat New Hampshire getötet. Am Tatort befindet sich einer von Amazons Echo-Lautsprechern. Ein Gericht fordert daher jetzt: Amazon muss die Tonaufzeichnungen für den anstehenden Mordprozess offenlegen. Hat Alexa überhaupt etwas mitgeschnitten? Und wie reagierte Amazon auf diese Forderung?

Diesen Mord könnte Alexa mitgehört haben

Ein Mann soll eine 48-jährige Frau und ihre 32-jährige Freundin in ihrer Küche getötet haben. Die 48-Jährige wollte angeblich die Polizei darüber informieren, dass der Mann mit Drogen handele. Daraufhin soll er beide Frauen mit mehreren Messerstichen ermordet haben. Überwachungskameras zeigen, wie der Mann das Haus der Frau betritt und die Kameras später verdeckt. Er streitet die Tat jedoch ab. Im Mai 2019 soll der Prozess beginnen.

Das erhofft sich das Gericht von den Tonaufnahmen

Amazons Sprachassistent Alexa stand während des Mordes in der Küche. Daher erhofft sich das Gericht, dass Alexa den Mord aufgezeichnet haben könnte – oder zumindest Inhalte aufgenommen hat, die einen Angriff beweisen lassen. Das Gericht fordert deshalb von Amazon, die Tonaufnahmen des betroffenen Zeitpunkts herauszugeben. Und: Es will wissen, welche mobilen Geräte zum Zeitpunkt des Mordes mit dem Lautsprecher verbunden waren, da auch diese Hinweise liefern könnten.

Hat Alexa den Mordfall aufgezeichnet?

Die Mikrophone von Alexa sind die ganze Zeit an. Sie werden jedoch eigentlich erst aktiviert, wenn User das eingestellte Aktivierungswort – wie beispielsweise „Alexa“ – aussprechen. Geben sie dann ein Sprachkommando ab, leitet Alexa dies zu Amazons Cloud weiter. Die Cloud beantwortet und speichert die Sprachanfrage. Eigentlich dürfte Alexa daher in diesem Fall nichts aufgezeichnet haben. Ein anderer Vorfall hat jedoch gezeigt: Alexa hat schon einmal unbemerkt ein Privatgespräch aufgenommen.

So reagierte Amazon auf die Forderung des Gerichts

Amazon will eventuelle Sprachdaten bisher nicht herausgeben. Der Konzern will der Forderung des Gerichts erst nachkommen, wenn er juristisch dazu verpflichtet ist.

Fazit

Schon 2015 hatte ein Gericht in einem Mordfall von Amazon verlangt, Tonaufnahmen von Alexa offen zu legen. Das Unternehmen hatte sich auch damals geweigert, um die Privatsphäre seiner Kunden zu schützen. Als der Hauptverdächtige einer Herausgabe jedoch zustimmte, gab Amazon die Daten an das Gericht heraus.

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