Fake-Apps: Trojaner bombardiert User mit Push-Nachrichten

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Der Sicherheitsanbieter Dr. Web fand Anfang Juni zwei Varianten eines Trojaners im Android-Store. Diese sollten User auf geschicktem Weg auf dubiose Seiten lotsen. Wie gelang das der App? Und was können betroffene User tun?

Wie kam der Trojaner auf Android-Geräte?

Internet-Kriminelle boten im Android-Store verschiedene Apps mit einem Trojaner mit der Bezeichnung Android.FakeApp.174 an. Sie tarnten die Apps mit Namen von Markenanbietern. Einmal installiert öffnete die App den Chrome-Browser und leitete Nutzer auf eine präparierte Webseite weiter. Hier sollten sie in einem Dialogfenster bestätigen, dass sie kein Bot sind. In Wirklichkeit handelte es sich dabei jedoch um eine Bestätigungsschaltfläche für Push-Nachrichten.

Das machte der Trojaner

Hatten User die Push-Nachrichten aktiviert, erhielten sie teilweise dutzende Nachrichten – auch, wenn Chrome eigentlich schon geschlossen war oder Nutzer die App wieder entfernt hatten. Denn: Die Erlaubnis für die Push-Nachrichten war nicht in der App, sondern im Chrome-Browser hinterlegt. Die Nachrichten bezogen sich auf Meldungen in sozialen Netzwerken, angebliche Gewinne, Online-Casinos, Werbung, Wettbüros, Banken und Dating-Portale. Was genau der Trojaner Usern anzeigte, war laut Dr. Web unter anderem vom Aufenthaltsland abhängig. Klickten Nutzer auf die Benachrichtigung, leitete sie der Trojaner auf fragwürdige Seiten weiter. Einige dieser Seiten wollten Produkte verkaufen, während andere Daten von Usern abgreifen wollten.

Was können betroffene User tun?

User, die auf eine der Fake-Apps hereingefallen sind, sollten die App in einem ersten Schritt deinstallieren. In einem zweiten Schritt sollten sie dann die Benachrichtigungen des Chrome Browsers abschalten. Dazu müssen sie in Chrome die Einstellungen öffnen. Unter „Website-Einstellungen“ finden sie den Reiter „Benachrichtigungen“. Hier führt Chrome alle Webseiten, die Benachrichtigungen anzeigen dürfen. Klicken User auf die jeweilige Webseite, können sie die Berechtigung über „Löschen und zurücksetzen“ entziehen.

Fazit

Die Apps mit dem Trojaner wurden insgesamt rund 1.110-mal heruntergeladen. Google ist dann auf die Apps aufmerksam geworden und hat sie aus dem Android-Store entfernt.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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