Online Games: Blizzard geht gegen Bot-Software bei Diablo 3 vor

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Für den Spiele-Hersteller Blizzard war das Spiel „Diablo 3“ einer der erfolgreichsten Spielehits der letzten Jahre. Wie ein aktuelles Gerichtsverfahren zeigt, streitet sich Blizzard derzeit jedoch mit dem Hersteller einer Bot-Software, mit welcher das automatische Sammeln von Gold im Spiel möglich sein soll.

Bot-Software „Demonbuddy“ ermöglicht u.a. automatisches Goldsammeln in Diablo 3

Im konkreten Fall ging es um die Software der Firma „Demonbuddy“ der Firma Bossland GmbH. Mit Hilfe dieser war es möglich, einzelne Spielabläufe in Diablo 3 zu automatisieren. So wurden auf diese Weise Bots eingesetzt, um beispielsweise Gold zu sammeln (sog. „gold farming“) um diese Spielewährung in der Folge gegen echtes Geld weiterverkaufen zu können.

Als Blizzard darauf aufmerksam wurde, beschritt es den Rechtsweg gegen die Firma Bossland GmbH. Der Einsatz solcher Software für „Gold farming“ verstoße ihrer Ansicht nach gegen die Nutzungsregeln von Blizzard. Daher beantragte es den Erlass einer einstweiligen Verfügung beim Landgericht Hamburg.

Diese einstweilige Verfügung wurde durch Beschluss von Mitte Juni 2012 durch das LG Hamburg erlassen (Beschluss vom 15.06.2012 – Az.: 312 O 322/12). Nachdem die Bossland GmbH gegen die auf diese Weise erlassene einstweilige Verfügung Widerspruch eingelegt hat, kam es nun zur Entscheidung vor dem Landgericht Hamburg.

Landgericht Hamburg verbietet Bot-Software für Diablo 3

Das Landgericht Hamburg bestätigte mit Urteil von Mitte Juli 2012 (Urteil vom 19.07.2012 – Az.: 312 O 322/12) die zuvor erlassene einstweilige Verfügung. Die Bot-Software „demonbuddy“ ist damit verboten.

Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass durch Einsatz der Software ein unzulässiger Behinderungswettbewerb nach § 4 Nr. 10 UWG entsteht. Das LG Hamburg sieht im Einsatz der Software einen empfindlichen Eingriff in das Spielesystem, da Spieler, welche die Farming-Software gerade nicht einsetzen, dann vom weiteren, ehrlichen Spielen von Diablo 3 abgehalten werden.

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In Mehrspieler-Spielen wie „Diablo 3“ geht es nach Ansicht der Richter gerade darum, dass sich Spieler gegenseitig messen können. Wird solche Software eingesetzt, wird jedoch die Spielebalance durcheinander gebracht und die tatsächliche Leistung von Spielern verfälscht.

Fazit

Der Einsatz von sog. Bot-Software ist nicht nur den Spiele-Herstellern ein Dorn im Auge, sondern insbesondere auch den Spielern selbst. Diese verlieren die Lust am Spiel und beenden ihr Spieleabenteuer.

Die Hersteller solcher Software hingegen sehen ihr Geschäftsmodell in Gefahr. Daher legte auch die Bossland GmbH im vorliegenden Fall Berufung gegen das Urteil des LG Hamburg ein. Es bleibt abzuwarten, wie der Rechtsstreit in 2. Instanz entschieden wird.

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