Online-Gaming: Können Anbieter von Free-to-play-Games Spieler ausschließen?

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Kostenlose Spiele im Internet boomen. Nun hat das Amtsgericht Karlsruhe entschieden, ob Anbieter dieser Spiele angemeldete Spieler von der Nutzung ausschließen dürfen.

Gameforge schließt Spieler von Nutzung aus

Der Streit drehte sich um eine Klausel der Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters „Gameforge“, welche wie folgt lautete:

„Der Vertrag kann von beiden Parteien jederzeit ordentlich mit sofortiger Wirkung gekündigt werden, sofern eine befristete Laufzeit nicht vereinbart wurde.

Hiervon machte Gameforge gegenüber einem angemeldeten Nutzer des Online-Rollenspiels „Metin 2“ Gebrauch, da letzterer andere Mitspieler beleidigte und weitere Regelverstöße beging. Mit der Kündigung des Nutzungsvertrages war der betroffene Spieler nicht einverstanden und klagte.

Gericht: Anbieter von kostenlosen Spielen dürfen Nutzer ausschließen

Das Amtsgericht Karlsruhe (Urteil vom 19. Mai 2015, Az. 8 C 377/14) entschied, dass die Kündigung rechtmäßig war. Dem Anbieter stand ein Recht zur Kündigung zu. Das Gericht stellte klar, dass Anbieter von free-to-play Titeln berechtigt sind, die Regeln für die Nutzung der Spiele vorzugeben. An diese hatte sich der Nutzer jedoch nicht gehalten.

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Dabei spielte für das Gericht die Fülle an Regelverstößen (z.B. Beleidigungen, Blockieren der Spielemechanik und Verstöße bei besonderen Events) eine erhebliche Rolle. Aus diesem Grund war die Kündigung auch nicht als treuwidrig einzustufen. Der Spieler hatte daher das Nachsehen.

Fazit:

Auch Anbieter von free-to-play Spielen dürfen den Nutzern Regeln vorschreiben. Dabei sind die Anbieter bei etwaigen Verstößen gegen diese zur Kündigung des Nutzungsvertrages berechtigt.

 

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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