Werbung mit Preisen: Versteckte Zusatzkosten sind nicht erlaubt

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Immer wieder beschäftigen sich Gerichte mit intransparenten Preisgestaltungen im Netz. Nun traf es auch einen Internetanbieter, der seine Preise zwar mit einem Sternchen versehen hatte, den Kunden aber nicht deutlich genug erklärte, dass das Sternchen "Zusatzkosten" bedeutet.

Zusatzkosten finden sich hinter einem Link am Ende der Webseite

Ein Kabel- und Internetanbieter warb auf einer Internetseite für seine Leistungen. Jede Buchung eines Grundtarifs enthielt automatische die Zusatzleistungen „Sicherheitspaket“ und „Familie HD“. Beide Leistungen waren zunächst kostenlos. Erst nach zwei Monaten musste der Kunde hierfür zusätzlich knapp 19 Euro pro Monat bezahlen. Wenn er die beiden Leistungen nach den „Probemonaten“ nicht wollte, konnte er sie auch vorher kündigen.

Das Problem an der ganzen Sache war aber, dass das Unternehmen nur sehr versteckt über die zusätzlichen Kosten aufklärte. An den beiden Zusatzleistungen fand sich zwar ein Sternchen. Dieses wurde aber am Ende der Werbung überhaupt nicht erklärt. Nur ein Link mit dem Titel „Preis- und Tarifinformationen ansehen“, auf den das Sternchen nicht hinwies, klärte die Kunden über die Preise auf. Der Fall landete wegen eines Verstoßes gegen die Preisangabenverordnung vor Gericht. Das Oberlandesgericht Dresden hat ihn jetzt entschieden.

Händler müssen Sternchen-Hinweis im Fußnotentext erklären

Die Richter des Oberlandesgerichts Dresden (Urteil vom 12. Januar 2016, Az. 14 U 1425/15) entschieden, dass die Preisinformationen nicht ausreichten. Preisangaben in der Werbung müssen leicht erkennbar, deutlich lesbar und auch ansonsten gut wahrnehmbar sein. Ausreichen kann auch ein Sternchenhinweis, vorausgesetzt der Verweis lässt sich unmissverständlich der angebotenen Leistung zuordnen. Dies fehlte aber im vorliegenden Fall:

Das Sternchen verwies zwar auf eine Fußnote. Den entsprechenden Text hierzu konnte der Kunde aber im Fußnotentext nicht finden, da er schlichtweg nicht vorhanden war. Allein über den Link ganz am Ende der Internetseite konnte er die Informationen über die zusätzlichen Preise einsehen. Dies reichte nicht. Das Sternchen verwies ins Leere, sodass der Kunde den Link nicht eindeutig dem Angebot in der Werbung zuordnen konnte. Das Gericht verurteilte das Unternehmen wegen seiner undurchsichtigen Preispolitik.

Fazit:

Wenn Händler Sternchen in der Werbung setzen, müssen sie die Hinweise auch in den Fußnoten erklären. Sie müssen die Kunden vollständig über die Umstände des Angebots aufklären.

 

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Internationaler Verkauf auf eBay und Amazon: Was Sie zu AGB, Widerruf und Datenschutz wissen müssen Immer mehr Händler bei eBay oder Amazon überlegen, über den eigenen Shop auch europaweit oder sogar weltweit zu verkaufen. Aber ist es nicht schon schwer genug,...
Weiterlesen...
Domainrecht: Top-Level-Domain „.de“ nicht ausreichend für Unterscheidungskraft Um sich ins Handelsregister eintragen zu können, muss die Firma, also der Name des Unternehmens, unterscheidungskräftig sein. Das OLG Frankfurt hatte sich in ei...
Weiterlesen...
Internet-Währung: Ist der Umtausch in „Bitcoins“ steuerfrei? Im Jahr 2008 wurde die Internetwährung „Bitcoin“ erstmals vorgestellt und nun tauchen die ersten rechtlichen Probleme auf. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) ...
Weiterlesen...
DaWanda: Was für Sie als Händler bei AGB, Widerrufsbelehrung und Impressum beachten müssen Inzwischen findet sich im Internet auch ein Marktplatz für selbst gemachte Produkte: Die Internetplattform DaWanda, auf der sich neben privaten Verkäufern auch ...
Weiterlesen...
Achtung Shopbetreiber: Was muss beim Handel mit „FSK und USK 18“-Waren beachtet werden? Videospiele und Filme mit USK oder FSK 18 Freigaben werden im Onlinehandel rege vertrieben. Onlinehändler müssen dabei aber verschiedene Vorschriften, insbeso...
Anzeige Datenschutz-Kit
Anzeige
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details