Internetzensur: China kappt alle VPN-Verbindungen

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Während wir uns hierzulande im Web nahezu grenzenlos frei bewegen können, herrscht in China eine strenge Internetzensur. Immer wieder begrenzen die Behörden den Netzzugang und schließen Webseiten und Nutzer-Accounts. Bis März will China jetzt alle unlizenzierten VPN-Verbindungen kappen.

So rigide geht China im Netz vor

Seit 2015 haben die Behörden in China 13.000 Webseiten abgeschaltet und ca. 10.000 Millionen Nutzerkonten gelöscht. Der Grund: Die Regierung sieht diese Maßnahmen als Kampf gegen Gewalt und Pornografie. Das gibt die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua an.

VPN-Anbieter im Visier der chinesischen Behörden

Bereits im letzten Jahr hatten die chinesischen Behörden angekündigt, gegen VPN-Anbieter vorzugehen und das Netz bis März 2018 von allen freien Zugängen zu „säubern“. Dafür schlossen die chinesischen Behörden in 2017 zahlreiche Verbindungen. Unter anderem musste dabei Apple hunderte VPN-Dienste aus seinem App-Store in China löschen. Zudem kappte China zwei europäischen Botschaften die Verbindung. In diesem Rahmen verhaftete und verurteilte das chinesische Regime zahlreiche VPN-Betreiber zu mehrjährigen Haftstrafen.

So äußert sich das in der Praxis

Besonders Unternehmen sehen das als echtes Problem. Sie berichten davon, dass sie nicht mehr auf Kundendaten auf Servern in Deutschland zurückgreifen können und viele E-Mails nicht mehr bei Kunden ankommen. Private User nutzen die kostspieligen VPN-Verbindungen vor allem, um die eigentlich gesperrten Seiten wie Google, YouTube, Facebook, Instagram und New York Times sichtbar zu machen.

China gibt Alternative für VPN-Verbindungen vor

Bis März sollen dann alle unlizenzierten VPN-Verbindungen vom Netz sein. Darunter fallen auch unternehmenseigene VPN-Tunnel, die ein Intranet für das Arbeiten mit ausländischen Tochtergesellschaften schaffen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg geht davon aus, dass dies am ersten Februar passiert. Ein offizielles Datum gibt es seitens der chinesischen Regierung nicht. Nach Abschaltung sollen Unternehmen dann eine staatlich genehmigte Software nutzen. Die Kosten hierfür liegen bei mehreren Tausend Euro.

Darum kappt China VPN-Verbindungen

VPN-Verbindungen ermöglichen es Usern, die strenge Internetzensur in China zu umgehen. Diese wählen sich statt mit einer chinesischen mit einer ausländischen Landeskennung im Netz ein und lassen so eigentlich verbotene Seiten ansteuern.

Das dürfen Internetuser in China

Ohne VPN-Verbindung können Nutzer in China keine der bekannten amerikanischen Plattformen wie Google und Facebook erreichen. Auch WhatsApp ist seit Ende letzten Jahres in China gesperrt. User müssen dort auf die chinesische Alternative WeChat zurückgreifen. Hier filtert die chinesische Regierung jedoch ebenfalls alles heraus, was nicht mit den Werten der kommunistischen Partei übereinstimmt. Nutzer, die im Netz Kommentare verfassen wollen, müssen sich vorher gegenüber dem jeweiligen Anbieter eindeutig identifizieren.

Fazit

China arbeitet weiter an seiner allumfassenden „Firewall“. Die Abschaffung von VPN-Verbindungen wird Unternehmen und private User gleichermaßen treffen und so die Internetzensur auf ein neues Level heben.

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Kommentare  
stefan
0 # stefan 09.02.2018, 12:12 Uhr
Tja, das passiert, wenn man bei Bloomberg abschreibt, die oft zu schnell irgendwas in die Welt setzen: die meisten VPNs laufen auch heute immer noch in China und bisher ist nur von einer Regulierung ab April die Rede, aber nicht über den Umfang.
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Johny
0 # Johny 14.02.2018, 12:44 Uhr
Und 5 Euro im Monat würde ich nicht gerade als kostspielig bezeichnen.
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