Großbritannien: Pornofilter sperrt auch andere Inhalte

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Der britische Premierminister David Cameron plant, einen Internetfilter für pornografische Inhalte einzuführen. Neben pornografische Inhalten können mit dem Filter auch andere Themen ausgefiltert und blockiert werden.

Filter blockiert standardmäßig Inhalte

Camerons Pläne wurden in der Vergangenheit kritisiert. Zum einen, weil der Filter standardmäßig voreingestellt ist und Nutzer der Blockade von Inhalten zunächst widersprechen müssen, zum anderen ging auch die Befürchtung um, dass der Filter nicht nur pornografische Themen blockiert, sondern auch andere Themengebiete. Diese Befürchtung hat sich nun vor einer Woche bestätigt, wie die Open Rights Group berichtet. Die Open Right Group hat mit einer Liste veranschaulicht, wie der Filter aussehen könnte. Darunter sind Themengebiete wie Rauchen, Magersucht, Alkohol, Web-Foren, Esoterik und Terror neben Pornografie aufgelistet, die möglicherweise mittels einer Voreinstellung aktiv blockiert, bzw. gesperrt werden.

Pornofilter als Vorwand für Zensursystem?

Anhand der Liste lässt sich ablesen, dass es der britischen Regierung nicht nur um Kinder- und Jugendschutz geht, sondern um unliebsame moralische und politische Themen, die sie aus dem Internet verbannt haben möchte. Kritiker sehen darin einen Angriff auf die Netzneutralität und auf die Freiheit der Internetnutzer. Der angebliche Pornofilter könnte als Zensursystem missbraucht werden, die technischen Möglichkeiten sind zumindest vorhanden. In einer Kolumne in der FAZ heißt es, dass die Regierungen keine Garanten für Freiheit von Information und Publikation und für die Privatsphäre der Bürger sind. Sobald diese die Hände ans Internet legen, kommen dabei Resultate heraus, die Datensammler wie Facebook, Google und Co. wie Vertreter der Freiheit aussehen lassen, was sie, wie bekannt ist, sicher nicht sind.

Fazit:

Der britische Premierminister plant möglicherweise, den Filter für pornografische Inhalte auch auf unliebsame politische und moralische Themen auszuweiten und die Themen mittels einer Voreinstellung direkt sperren zu lassen, bis der Nutzer dem widerspricht. Kritiker sehen darin einen Angriff auf die Freiheit der Nutzer und auf die Netzneutralität.

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Kommentare  
Zöllner
0 # Zöllner 15.10.2016, 11:46 Uhr
In Südkorea ist das schon gang und gäbe. Ich habe dort mal die Webseite der in Gibraltar erscheinenden Zeitung "Olivepress" angeklickt. Sofort poppte eine Warnmeldung der südkoreanischen Polizei hoch. Ich beschloss, die koreanische Schrift nicht zu verstehen und blieb weiter auf der Seite. Ich wurde auch nicht weiter behelligt.
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