Phishing: Haftet die Bank, wenn der Kunde seine TAN am Telefon verrät?

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Fast jeder hat so eine Nachricht schon einmal im E-Mail-Postfach vorgefunden. Die Rede ist von Phishing-Mails. Doch muss die Bank eigentlich Schäden ersetzen, wenn der Bankkunde seine TAN an die Kriminellen am Telefon mitteilt? Das Amtsgericht München hat hierzu eine Entscheidung gefällt.

Bankkundin gibt TAN per Telefon an Kriminelle weiter

Eine Bankkundin erhielt eine vermeintliche E-Mail ihrer Bank. In der E-Mail wurde ihr mitgeteilt, dass ihr „Direct Banking“ bald ablaufe, sofern sie nicht bestimmte Aktualisierungen vornehme. Die Mail forderte Sie auf, auf einen Link zur Aktualisierung ihres Zugangs zu klicken. Das tat die Frau auch. Nun sollte sie ihren Namen, ihre Kontonummer und ihre Telefonnummer eingeben.

Einen Tag später erhielt sie einen Anruf von einer angeblichen Mitarbeiterin der Bank. Die Täterin bat die Bankkundin darum, sich Nummern aufzuschreiben und diese mit Nummern zu vergleichen, die ihr gleich in einer SMS mitgeteilt werden sollten. Sofern die Ziffern übereinstimmen, sollte die ahnungslose Frau der Anruferin die letzte Ziffernfolge in der SMS mitteilen.

Und so kam dann auch gleich folgende SMS: „Die mobile TAN für Ihre Überweisung von 4.444,44 EUR auf das Konto (…) lautet: 253844.“ Die Kundin der Bank teilte der Anruferin daraufhin die Ziffernfolge 253844 mit.

In der Folgezeit wurden dann auch 4.444,44 EUR von dem Konto der Frau auf das in der SMS angegebene Konto überwiesen. Die Geschädigte erstatte Strafanzeige gegen Unbekannt und verlangte nun von ihrer Bank, dass diese den entstandenen Schaden ersetzt. Die weigerte sich aber. Das Amtsgericht München musst den Fall entscheiden.

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Achtung: Bank muss nicht zahlen, wenn Kunden TAN am Telefon weitergeben

Das Amtsgericht München (Urteil vom 5. Januar 2017, Az. 132 C 49/15) gab der Bank recht. Die Bank musste den Schaden nicht ersetzen. Der Grund: Die Frau hätte einfach besser aufpassen müssen.

Folgendes hätte die Bankkundin nämlich beachten müssen: Beim mobilen TAN-Verfahren wird eine TAN immer für eine konkrete Aktion erzeugt und per SMS auf das Handy des Kunden geschickt. Hier enthielt die SMS aber den Hinweis, dass eine Überweisung von 4.444,44 Euro auf ein bestimmtes Konto anstehe. Das hätte die Frau stutzig machen müssen. Da sie diesen deutlichen Hinweis aber nicht beachtete, handelte sie grob fahrlässig. Damit fiel die Haftung der Bank weg.

Praxis-Tipps:

1. Bei zweifelhaften E-Mails im Postfach, sollten sich Bankkunden stets bei ihrer Bank nach der Echtheit der Nachrichten erkundigen.

2. Wichtig bei Phishing-Attacken: Auch Bankkunden treffen Sorgfaltspflichten. Sie müssen alle zumutbaren Vorkehrungen treffen, um den unbefugten Zugriff auf das Konto zu verhindern (z.B. eine Firewall einrichten).

3. Generell zeigt die Praxis, dass Banken bei Phishing-Attacken nicht immer gleich bereit sind, die entstandenen Schäden zu ersetzen. Es bietet sich daher an, bei Problemen einen Rechtsanwalt aufzusuchen.

Praxis-Tipp
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