Tatort Internet: Hälfte deutscher User wird Opfer von Cybercrime

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Während Deutschland noch über Ursachen und Folgen des jüngsten Datenhacks diskutiert, liefert der Digitalverband Bitkom aufschlussreiche Zahlen. Demnach hat 2018 jeder Zweite Erfahrungen mit Online-Kriminalität gemacht. Neben einer besseren Ausstattung für staatliche Stellen fordern die IT-Spezialisten vor allem eines: Vorsichtsmaßnahmen für PC, Tablet und Smartphone.

Warum die digitale Welt Straftäter anzieht

Haben Sie persönlich im vergangenen Jahr Erfahrungen mit kriminellen Vorfällen im Internet gemacht? Die Hälfte der 1000 Studienteilnehmer beantwortete diese Frage mit Ja. Am häufigsten kreuzten sie an, dass eigene Daten illegal verwendet oder an Unbefugte weitergegeben worden seien. Immerhin jeder Vierte hatten das bereits erlebt. Beim Kaufen oder Verkaufen im Web waren 12 Prozent der Befragten Opfer von Betrügereien geworden. Fast ebenso viele berichteten vom Missbrauch ihrer Kontodaten. Laut Bitkom sind die Ergebnisse nicht überraschend: Das Netz sei für Kriminelle hoch attraktiv. Schließlich könnten hier mit wenig Aufwand Erfolge erzielt werden.

Hass und Belästigung nicht aufs Internet beschränkt

Aber nicht nur vor Diebstählen und Betrug müssen sich User schützen. Jeder zehnte Befragte gab außerdem an, im Netz beleidigt worden zu sein. 8 Prozent waren im Lauf des vergangenen Jahres Opfer sexueller Belästigung geworden. Hier allerdings liegen die Zahlen niedriger, als in der „analogen Welt“: Im Offline-Leben haben sogar 14 und 24 Prozent sexuelle beziehungsweise verbale Belästigungen erlebt.

Wie sich Verbraucher schützen können

Um Online-Betrügern nicht Tür und Tor zum heimischen PC zu öffnen, verweist der IT-Verband auf zahlreiche Sicherungsmaßnahmen. Für jeden Account sollte ein anderes, komplexes Passwort gewählt werden. Schwer zu knacken sind vor allem Kombinationen aus kleinen und großen Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen. Wer sich die nicht alle merken will, kann auf einen Passwortmanager zurückgreifen. Der speichert alle Zugänge in verschlüsselter Form und ist mit einem einzigen Mastpasswort aufrufbar.

Virenscanner, Updates und gesunder Menschenverstand

Immer mehr Anbieter ermöglichen inzwischen auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Hier reicht es zum Einloggen nicht, ein Passwort einzugeben. Zusätzlich fragt die Seite beispielsweise einen Zahlencode ab, der unmittelbar danach aufs Handy gesendet wird. Darüber hinaus führen sicherheitsbewusste User regelmäßig Updates durch und verwenden einen guten Virenscanner. Nicht zuletzt rät Bitkom zur besonderen Sorgfalt beim Umgang mit den eigenen Daten. Denn immer wieder gelingt es Kriminellen, die Zugangscodes einfach über gefälschte Mails oder Internetseiten abzufragen.

Fazit

Betrüger im Netz können mit vergleichsweise wenig Aufwand großen Schaden anrichten. Die Hälfte aller deutschen Nutzer hat das laut einer Umfrage schon am eigenen Leib erfahren. Wer sich schützen will, braucht aber nicht auf strengere Gesetze zu warten. Bereits jetzt stehen zahlreiche technische Mittel zur Sicherung der eigenen Konten zur Verfügung.

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