Offline: Russland will Internetabschaltung testen

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Hackerangriffe sind Teil unseres Internetalltags geworden. Das musste selbst die Bundesregierung kürzlich erfahren, als Bundestagsabgeordnete, Botschaften und Bundeswehr Ziel einer Datenattacke wurden. Damit Russland vor derartigen Angriffen geschützt ist, will das Land jetzt eine zeitweise Abschaltung des Internets testen. Wie will Russland offline gehen? Und welche Ziele verfolgt der Staat mit dem Test?

Warum will Russland testweise offline gehen?

Im Dezember letzten Jahres stellte das russische Parlament einen Gesetzesentwurf vor, der russische Internet-Provider bei einem ausländischen Hackerangriff dazu verpflichten soll, das russischsprachige Internet (RuNet) vom restlichen Internet zu trennen. Während das RuNet weiter online bleiben soll, soll das „normale“ Internet offline gehen. Wladimir Putin soll das Gesetz gebilligt haben. Große russische Telekommunikationsunternehmen wie TeleSystems und RosTelecom sowie die Information Security Working Group haben dem Test zugestimmt. Die Kosten für den Umbau der Infrastruktur bei den Internet-Providern trägt die russische Regierung selbst.

Wie soll das technisch funktionieren?

Um das Internet abzuschalten und das RuNet aufrechtzuerhalten, müssten die Internet-Provider jeglichen russischen Traffic über Austauschpunkte routen, die die russische Aufsichtsbehörde Roskomnadsor kontrolliert. Diese kann dann sicherstellen, dass der russische Traffic im Land bleibt und nicht über ausländische Server läuft. Denn: Dort besteht die Gefahr, dass Dritte Informationen abfangen.

Wie stehen die Provider zu der Maßnahme?

Die Internet-Provider haben dem Gesetzesentwurf zugestimmt. Sie wehren sich jedoch gegen die technische Umsetzung. Sie befürchten, dass der russische Internetverkehr auf diese Weise stark gestört werde. Der geplante Test soll jetzt überprüfen, ob dem so ist oder ob Russland das Gesetz so verabschieden kann. Russland will den Test bis Ende März vollziehen. Der Staat verspricht nur kurze Ausfallzeiten des Netzes.

Fazit

Ob Russland die Abschaltung des Internets tatsächlich nur testet, um sich vor Cyberattacken zu schützen, ist unklar. Hält Russland den eigenen Traffic nur im RuNet, könnten Nutzer keinen Zugang mehr zu Informationen aus dem Ausland haben. Damit würde Russland eine ähnliche staatliche Kontrolle anstreben wie China.

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