Hack bei US-Grenzbehörde: Bis zu 100.000 Fotos und Kennzeichen-Informationen ausgelesen

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Wie sicher sind sensible Daten bei staatlichen Behörden gespeichert? Diese Frage muss sich derzeit das Heimatschutzministerium der Vereinigten Staaten gefallen lassen. Fotos und Kennzeichen von Reisenden wurden von einem Server kopiert, auf dem sie gar nicht hätten liegen dürfen. Die Behörde versucht zu beruhigen: Bisher seien die Informationen nicht im Darknet aufgetaucht.

 

Einreisende an Flughäfen nicht betroffen

Laut New York Times stammen alle Aufnahmen und Numernschild-Scans von einem einzigen Übergang an der Grenze zu Mexiko. Dort sollen sie über einen Zeitraum von sechs Wochen erfasst worden sein. Ein Sprecher der Grenzbehörde Customs and Border Protection erklärte, dass die Daten ohne Wissen und Erlaubnis der CBP auf die Server eines Dienstleisters hochgeladen worden seien. Bei einem Hack hätten Unbekannte dann Zugriff auf die Informationen erlangt. Fotos und Kennzeichen stammten von insgesamt höchstens 100.000 Reisenden. Bisher sei nichts von dem Material auf einschlägigen Internetseiten angeboten worden.

Verheimlicht die Behörde etwas?

Ebenfalls Ende Mai war allerdings bekannt geworden, dass das Netzwerk eines Herstellers von Kennzeichen-Erfassungsgeräten aus Knoxville, Tennesse, Opfer eines Hackerangriffs geworden war. Einige der dabei ausgelesenen Fotos wurden bereits im Netz gefunden. Ob es sich dabei um Dateien der Custom Border Protection handelt, ist unklar. Schon seit Jahren aber setzt die Behörde an der mexikanischen Grenze Nummernschild-Scanner von genau diesem Unternehmen ein.

Auch Nachrichtendienste sind an Daten interessiert

Es ist nicht das erste Mal, dass Hacker Informationen von US-Behörden abgreifen. Im Sommer 2015 musste die Obama-Regierung eingestehen, dass 22 Millionen Datensätze erbeutet worden waren, darunter auch Sozialversicherungsnummern und Fingerabdrücke. Offenbar hatte die chinesische Regierung damals das Eindringen in die Systeme der US-Personalverwaltung angeordnet. Betroffen waren damals Mitarbeiter von Militärs, Geheimdiensten und Polizei sowie deren Familienangehörige.

Fazit

Das Sicherheitsleck hat die Diskussion um das Erheben und Speichern vor allem biometrischer Daten in den USA erneut angefacht. Bürgerrechtler argumentieren, das Heimatschutzministerium sei ganz offensichtlich nicht in der Lage, erhobene Daten angemessen zu sichern.

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