Ransomware: US-Kleinstadt zahlt 600.000 US-Dollar Lösegeld an Hacker

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In den Vereinigten Staaten werden Städte und Kommunen vermehrt Opfer von digitaler Erpressung. Zwar raten die Strafverfolgungsbehörden davon ab, Forderungen von Hackern zu erfüllen. Trotzdem stimmte der Stadtrat der 35.000-Einwohner-Gemeinde Riviera Beach nun einstimmig für die Zahlung von 65 Bitcoin an die Erpresser. Ob die Probleme damit gelöst sind, ist derzeit noch nicht absehbar.

Nichts geht mehr in Riviera Beach

Wer in diesen Tagen die Webseite von Riviera Beach, Florida besuchen möchte, hat Pech. Ende Mai wurde die gesamte städtische IT lahmgelegt. Laut einem Bericht der New York Times war die Malware in einem E-Mail-Anhang versteckt, den ein städtischer Polizeibeamter versehentlich geöffnet hatte. Die Folgen waren immens: Sämtliche Online-Systeme der Stadt, E-Mail und zahlreiche Telefonverbindungen funktionierten nicht mehr. Löhne und Gehälter konnten nicht abgerechnet und sämtliche Zahlungen an die Verwaltung mussten in bar vorgenommen werden. Sogar die Mitarbeiter der Notrufzentralen arbeiteten nur noch mit handschriftlichen Notizen. Als Gegenleistung für die Freigabe des Systems mit allen gekaperten Daten verlangten die Hacker 65 Bitcoin – das entspricht derzeit weit mehr als einer halben Million US-Dollar. Eine große Summe für eine Kommune mit gerade mal 35.000 Einwohnern.

Soll man Cyber-Erpressern nachgeben?

Zahlen oder nicht zahlen, vor dieser Frage stand Anfang Mai auch die 600.000-Einwohner-Stadt Baltimore in Maryland. Hier forderten die Erpresser lediglich 13 Bitcoin, bei dem damaligen Kurs knapp 75.000 US-Dollar. Nach Beratungen mit dem FBI entschied sich die Stadt gegen eine Lösegeldzahlung. Laut Bürgermeister Bernhard „Jack“ Young kann die Verwaltung inzwischen wieder einigermaßen mit ihren Online-Systemen arbeiten. Alles in allem rechne man denoch mit einem Gesamtschaden von rund 18 Millionen US-Dollar.

Lösegeldzahlung als kleineres Übel

Riviera Beach hat sicherheitshalber bereits neue Computer gekauft – eine Investition von einer Million US-Dollar, die eigentlich erst für das kommende Jahr geplant war. Ob die Ransomware-Erpresser nach dem Erfüllen ihrer Forderung sämtliche Systeme wieder freigeben, ist unklar. Die Sicherheitsberater der Stadt rieten trotzdem zu der Zahlung: um die Kosten für Riviera Beach so gering wie möglich zu halten. Erleichtert wurde die Entscheidung durch den rechtzeitigen Abschluss einer Cybercrime-Versicherung. Der Eigenanteil der Stadt an der Lösegeldzahlung beträgt lediglich 25.000 US-Dollar.

Fazit

Um den finanziellen Schaden durch einen Ransomware-Angriff zu minimieren, stimmt die Vertretung einer kleinen Küstenstadt in Florida für die Zahlung eines Lösegelds. FBI und IT-Fachleute kritisieren, man ermutige die Erpresser damit zu weiteren Straftaten. Ob die Stadt den Zugriff auf alle Daten zurückerlangt, ist noch unklar.

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