Cyberangriff: Malware erwischt Berliner Kammergericht

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Bereits seit Wochen gibt es immer wieder neue Fälle von Malware, die Unternehmen und Behörden lahmlegen. Jetzt hat es das Berliner Kammergericht, das oberste Straf- und Zivilgericht des Bundeslandes, erwischt. Es musste daher sein Computersystem vom Netz nehmen. Wie konnte die Schadsoftware auf die Rechner gelangen? Und was unternimmt das Gericht gegen die Infektion?

So verbreitete sich die Malware im Kammergericht Berlin

Die Malware verbreitete sich über das E-Mail-Programm Outlook. Das gab das Gericht an. Dabei erhielten einige Empfänger eine Mail, die wie eine Antwort auf eine vorher tatsächlich geschriebene Mail aussah. Sie öffneten daher den Anhang der vermeintlich vertrauenswürdigen Mail – und starteten so die Infektion. Über verschiedene Mechanismen verbreitete sich die Schadsoftware danach.

Um welche Art von Malware es sich handelt, ist unklar. Die Pressestelle des Gerichts spricht aktuell von einer „festgestellten Schadsoftware“. Medien gehen davon aus, dass der Trojaner Emotet das Kammergericht befallen hat. Das wollte die Pressesprecherin des Gerichts jedoch nicht bestätigen.

Wie beeinträchtigt die Malware das Kammergericht Berlin?

Am 27. September nahm das Kammergericht seine Computer vom Netz. Seitdem ist keine elektronische Kommunikation mehr möglich. Das Gericht ist daher nur telefonisch, per Fax und postalisch erreichbar. Das ließ das Gericht in einer Pressemitteilung wissen. Darüber hinaus ist auch das Kontaktformular auf der Webseite nicht nutzbar. Das Gericht soll dennoch weiter arbeitsfähig sein. Das übergeordnete elektronische Anwaltspostfach funktioniere weiter.

Die Berliner Zeitung hatte berichtet, dass alle auf betroffenen Computern gespeicherten Informationen weg seien. Dem widersprach das Gericht jedoch.

Was macht das Gericht gegen die Malware?

Das Kammergericht blockiert derzeit alle E-Mails seines Servers. Das soll verhindern, dass sich die Infektion weiter ausbreitet. Berliner Justizbehörden forderten ihre Mitarbeiter zudem auf, alle E-Mails des Kammergerichts seit Mitte September unter Quarantäne zu stellen. Derzeit arbeiten IT-Experten daran, die Malware loszuwerden.

Die Berliner Zeitung hatte berichtet, dass das Gericht bereits über 40 Computer zerstört habe. Dem widersprach die Institution jedoch. Es gebe einen IT-Notbetrieb. Dieser ermögliche es, besonders dringliche Arbeiten zu erledigen.

Fazit

Vor wenigen Tagen hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik davor gewarnt, dass der Trojaner Emotet massenhaft in Umlauf sei. Dieser hat bereits zahlreiche Kommunalverwaltungen und Produktionen lahmgelegt.

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Kommentare  
ASAG
0 # ASAG 08.10.2019, 06:40 Uhr
Gut zu wissen! Vielen Dank
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