Sicherheitsprobleme bei TrueCrypt-Software verschwiegen

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Schwerwiegende Probleme rund um die Verschlüsselungssoftware TrueCrypt hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (kurz: BSI) ganz offensichtlich über einen Zeitraum von neun Jahren geheim gehalten. Das geht aus einem Gutachten aus dem Jahr 2010 hervor. Publik wurde das durch einen Zufall – den Prüfbericht selbst hielt das BSI zunächst unter Verschluss.

TrueCrypt wurde mittlerweile durch VeraCrypt abgelöst

Grundsätzlich sollte das Projekt TrueCrypt als Verschlüsselungstool dienen. Es war dazu gedacht, auf lokaler Ebene Festplatten und Dateien zu verschlüsseln. Die Entwickler hinter der Software blieben anonym – das Programm selbst stand den Usern samt Quellcode zur Nutzung zur Verfügung. Erst sehr viel später klärten sich die Hintermänner hinter TrueCrypt. Die Anonymität der Entwickler sorgte schon von Beginn an für Misstrauen. Bevor es zu einem ersten Sicherheitsaudit kam, stellten diese das Projekt ein. Nachfolger war das Programm VeraCrypt, das den öffentlichen Code von TrueCrypt seitdem nutzt.

BSI erstellte ausführliche Analyse

Auch das BSI ließ eine Analyse anfertigen. Das Sicherheitsaudit aus dem Jahr 2010 enthält nachweislich deutliche Hinweise auf Sicherheitsprobleme mit der Verschlüsselungssoftware. Besonders heikel: Viele der Sicherheitsprobleme sind auch aktuell noch im Nachfolgeprojekt VeraCrypt enthalten – und können auch dort sicherheitskritische Ausmaße annehmen. In einem offiziellen Statement gab das BSI zu Protokoll, dass man die Ergebnisse an die Entwickler von VeraCrypt weitergegeben habe. Diese hätten sich aber nicht interessiert gezeigt und eine Relevanz für die Software ausgeschlossen.

Analyse war nicht zur Veröffentlichung vorgesehen

Das Audit von 2010 war nicht zur Veröffentlichung vorgesehen – das ist zumindest die Aussage des BSI. Auf Nachfrage gab es aus angeblichen Urheberrechtsgründen zunächst nur Teile der Analyse. Mittlerweile liegt das komplette Audit vor. Realistisch werden die Sicherheitsprobleme auch in ihrer Summe nicht zu fühlbaren Risiken führen. Dies liegt auch daran, dass einige der Fehler durch entsprechende Patches für VeraCrypt behoben wurden.

Fazit

Die Sicherheitsanalyse bietet eine hervorragende Möglichkeit, um auch das Nachfolgeprojekt VeraCrypt weiter zu verbessern. Dies dürfte nicht nur im Sinne der Entwickler sein, sondern gerade auch im Sinne der User, die die Software einsetzen. VeraCrypt kommt häufig in Kommunen bzw. Gemeinden zum Einsatz, wenn es um die Verschlüsselung von Datenträgern geht. Auch TrueCrypt ist hier noch vereinzelt in aktiver Anwendung vorhanden. Mittlerweile hat das BSI das gesamte Audit zum Download bereitgestellt.

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