Trojaner-Angriff: Automobilzulieferer Gedia betroffen

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Abgeschaltete IT-Systeme, Zwangsurlaub für rund 350 Mitarbeiter und ein Betrieb im Notfallmodus ist die Folge eines Trojaner-Angriffs beim Automobilzulieferer Gedia. Mit Stammsitz in Deutschland ist das Unternehmen weltweit aktiv – unter anderem mit Produktionsstandorten in China, Mexiko und Polen und einer Belegschaft von insgesamt 4300 Mitarbeitern.

Monatelange Ausfallzeiten erwartet

Der Trojaner-Angriff hatte im Rahmen eines Erpressungsversuchs zahlreiche Daten im Unternehmen verschlüsselt. Die komplette Abschaltung der Systeme war eine erste Maßnahme, um weiteren Schaden zu verhindern. Kundengeschäfte werden durch den Notfallmodus abgewickelt – allerdings gehen Experten davon aus, dass es noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, um wieder in den Normalmodus zurückzukehren.

Konkrete Informationen zum Angriff dürftig

Gedia selbst hält sich mit ausführlichen Informationen zu dem Hackerangriff bedeckt. Hier gab es von offizieller Seite lediglich ein kurzes Statement. Allerdings verdichten sich Hinweise, dass es sich um den Trojaner Sodinokibi handelt. Einen Schlüssel für die betroffenen Daten soll es Gerüchten zufolge erst dann geben, wenn der Automobilzulieferer ein entsprechendes Lösegeld zahlt. Bestätigt hat das Gedia bislang jedoch nicht.

Verschlüsselung aller Computer inklusive der Netzwerke

Die Gerüchte gründen sich auf ein öffentliches Posting, das von den Verantwortlichen hinter der Attacke stammen soll. Demnach wurden sämtliche Computer inklusive aller Netzwerke verschlüsselt. Damit nicht genug: Auch 50 Gigabyte an internen Daten haben die Cybergangster laut Posting abgegriffen und drohen nun mit Veröffentlichung – es sei denn, das Unternehmen zahlt innerhalb von sieben Tagen das verlangte Lösegeld.

Fazit

Erpressungstrojaner sind nur dann in der Lage, IT-Systeme anzugreifen, wenn diese nicht ausreichend geschützt sind. In den seltensten Fällen handelt es sich dabei um zielgerichtete Maßnahmen – vielmehr verschicken Cyberganoven eine Vielzahl von entsprechenden Spam-Mails und warten darauf, dass sich durch Unzulänglichkeiten im Unternehmen die Chance zum Angriff bietet. Diese Lücken können entweder durch die User selbst, aber auch durch das Betriebssystem oder individuelle Softwarelösungen zustande kommen.

Auch im Fall von Gedia liegt der Verdacht nahe, dass ein Mitarbeiter – wie so häufig – unvorsichtig einen Anhang in einer Mail ungeprüft geöffnet hat. Dies ist regelmäßig das Muster, wenn es um Hackerangriffe in Form von Trojanern geht. Schutz bietet da vor allem auch konsequentes Schulen von Beschäftigten: Sie sind häufig die sprichwörtlich offene Tür, die Cyberangriffen überhaupt erst die Möglichkeit für ihre Aktivitäten bietet.

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