Betrügerische Pop-ups: Bundesnetzagentur schaltet Rufnummern ab  

(1 Bewertung, 3.00 von 5)

Wenn der Computer plötzlich durch ein Warnfenster blockiert zu sein scheint, kann man als Nutzer schon mal unruhig werden. Ganz falsch wäre es dann allerdings, die angebliche Support-Hotline anzurufen. Denn dahinter verbergen sich Cyberkriminelle, die es auf Geld und Daten abgesehen haben. Die Bundesnetzagentur geht immer wieder gegen solche Betrüger vor.

Als Systemwarnung getarnt

Seit Januar hat die Behörde nach eigenen Angaben schon 24 derartige Nummern gesperrt. Alle waren im Rahmen einer ähnlichen Betrugsmethode benutzt worden. Dabei öffnet sich auf dem Bildschirm der Opfer ein Fenster; oft begleitet von einem akustischen Signal oder einer gesprochenen Warnung. Die Mitteilung in dem Pop-up liest sich wie eine echte Systemwarnung zu Viren- oder Softwareproblemen. Da sich das Fenster nicht wegklicken lässt, entsteht außerdem der Eindruck, der PC sei tatsächlich gesperrt. Das führt immer wieder dazu, dass Nutzer die Meldung für echt halten.

 

Ein Anruf verspricht Hilfe

Sie befolgen dann auch die weiteren Anweisungen in dem Kästchen und wählen die eingeblendete Telefonnummer. Dabei handelte es sich in der Vergangenheit oft um eine kostenfreie 0800-Vorwahl. In letzter Zeit allerdings geben die Betrüger immer häufiger eine lokale Festnetznummer oder eine Mobilfunk-Verbindung an. Laut Bundesnetzagentur soll so noch mehr Glaubwürdigkeit geschaffen werden.

 

„Hier spricht Microsoft“

Ein Teil der Opfer erreichte unter dem angegebenen Anschluss niemanden, wurde aber umgehend zurückgerufen. Dabei war die Nummer des Anrufers häufig unterdrückt. Mehreren Verbrauchern wurde aber auch die Rufnummer 0016264004149 angezeigt. Was auf den ersten Blick wie eine Mobilfunk-Verbindung aussieht, ist tatsächlich ein Anschluss in Kalifornien. In den Gesprächen bezeichneten sich die Betrüger als Microsoft-Mitarbeiter oder „Technical Support“. Sie versuchten, Zugriff auf die Computer ihrer Opfer zu erhalten und Daten auszuspähen. Andere wollen einen teuren Reparaturauftrag abschließen oder ein kostenpflichtiges Schutzprogramm installieren.

 

Praxis-Tipps

  1. Echte Systemwarnungen oder Störungsmeldungen von Microsoft enthalten grundsätzlich niemals eine Telefonnummer. Rufen Sie deshalb nie eine Verbindung aus einem Pop-up-Fenster an.
  2. Im Zusammenhang mit der betrügerischen Meldung kann es sein, dass sich einzelne Anwendungen nicht mehr schließen lassen. Die Programme können aber in der Regel noch im Task-Manager beendet werden. Als Alternative können sie den PC herunterfahren und neu starten.
  3. Geben Sie bei einem Telefonat mit angeblichen Support-Mitarbeitern niemals persönliche Daten wie Passwörter, Kontodaten, Adressdaten oder Ähnliches heraus.
  4. Installieren Sie niemals auf telefonische Anweisung eines angeblichen Support-Mitarbeiters Software auf Computer, Smartphone oder Tablet.
  5. Haben Sie versehentlich einem möglichen Betrüger Zugriff auf ihr Gerät gegeben, ziehen Sie sofort den Stecker! Rufen Sie einen IT-Experten zu Hilfe.
  6. Melden sie derartige Fälle der Bundesnetzagentur auf ihrer Webseite https://www.bundesnetzagentur.de/popup
Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
BSI-Warnung: Smartphones und Tablets mit vorinstallierter Malware im Handel  Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat auf dem deutschen Markt drei Gerätetypen entdeckt, die bereits beim Kauf gefährliche Schadprog...
Weiterlesen...
Cyberkriminalität: Gefahr für Unternehmen und Privatleute wächst Die Zahl der Straftaten rund um Computer und Internet steigt stetig. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten „Bundeslagebild Cybercrime 2018“ des Bundeskriminal...
Weiterlesen...
Sicherheitsprobleme bei TrueCrypt-Software verschwiegen Schwerwiegende Probleme rund um die Verschlüsselungssoftware TrueCrypt hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (kurz: BSI) ganz offensichtli...
Weiterlesen...
Huawei-Spionage: Deutsche Sicherheitsbehörden zweifeln an US-Beweisen Die US-Regierung ist überzeugt: Huawei spioniert über seine Netzwerkkomponenten Deutschland aus. Dafür habe man Beweise. Deutsche Sicherheitsbehörden haben dara...
Weiterlesen...
Ransomware: Trump und US-Promis Opfer von Cyber-Erpressung Elton John, Lady Gaga und Mariah Carey sind nur einige der Superstars, die von der renommierten Kanzlei Grubman Shire Meiselas & Sacks vertreten werden. Der...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support