Amazon-Server: Computerpower aus der Cloud hilft beim Passwort hacken

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Cloud Computing ist in aller Munde! Konzerne wie Amazon, Google und Microsoft werben massiv mit geballter Rechenpower über das Internet für den täglichen Einsatz bei jedermann. Dabei wird dem Anwender eine Cloud (Wolke) von zig Computern, die in einem Rechenzentrum stehen, gegen eine Miete zur Verfügung gestellt. Der Anwender kann diese leistungsfähigen Clouds mit eigener Software nutzen, um zum Beispiel rechenintensive Simulationen durchzuführen. Damit müssen Firmen kein eigenes kostspieliges Rechenzentrum betreiben und zahlen nur die tatsächliche Rechenzeit.

Rechenpower zum Hacken

Diese gigantische Rechenleistung kann aber auch für andere Dinge genutzt werden: zum Beispiel  zum Passwörter knacken. Und genau das hat der Kölner IT-Sicherheitsexperte Thomas Roth  getan. Er hat getestet, wie schnell sich W-LAN-Passwörter mit Hilfe von Cloud Computing hacken lassen. Wer das Passwort einen fremden W-LANs kennt, kann in diesem W-LAN nicht nur alle Computer, sondern auch fremde Systeme im Internet unerkannt angreifen oder sich illegal Software downloaden.

Drahtlos-Netzwerke nutzen verschiedene Verschlüsselungstechnologien. Das veraltetet WEP gilt als unsicher und wird nur noch sehr selten eingesetzt. Um einiges sicherer sind WPA bzw. WPA2. Sofern es alle W-LAN-Geräte unterstützen sollte immer WPA2 eingesetzt werden. Damit ist maximaler Schutz geboten. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es jedoch nicht. So wie Thomas Roth beweist.

Nicht mal 2 Euro je Passwort

Mit einem Brute-Force-Angriff werden systematisch hunderttausende Passwörter ausprobiert. Mit einem normalen Computersystem würde es aber Jahre dauern, um das Passwort zu knacken. Doch mit Cloud Computing ändert die Situation. Hier können hunderte Computer gleichzeitig rechnen, um ein Passwort zu hacken.
Thomas Roth brauchte bei seinem Experiment eine wesentlich geringere, aber optimierte Rechenleistung, um an das W-LAN-Passwort eines fremden Drahtlos-Netzwerkes zu kommen. Er mietete sich bei Amazon eine einzige sogenannte Cluster GPU Instance. Diese besteht aus zwei Intel-Xeon-Prozessoren und zwei extrem schnellen Grafikprozessoren von Nvidia (Tesla-M2050-GPU).

Das System ist, in einem solchen Einsatz, hunderte Male schneller als ein herkömmlicher Quad-Core-Prozessor.
Laut Roth brauchte es nur 20 Minuten, um das Passwort zu finden. Als Nutzungsgebühr berechnete Amazon 28 US-Cent. Mit einer Optimierung der Software könnte das Passwort auch in 6 Minuten zu errechnen sein, glaubt Roth. Das ergibt umgerechnet einen Preis von nicht mal 2 Euro. Hier wird deutlich, wie kostengünstig und damit effektiv solche Angriffe sein können. Die Verschlüsselungstechnologien sind nicht so sicher, wie sie dargestellt werden und für einen erfolgreichen Angriff sind keine Unsummen nötig.

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Relativ gelassen reagierte Amazon auf diese Nutzung seines Cloud-Computing-Dienstes. Forscher nutzen öfter die Rechenleistung um die Sicherheit von Systemen zu testen und zu verbessern. Amazon verwies auf die Nutzungsbedingungen, die einen solchen Einsatz zum unbefugten Kompromittieren eines Netzwerkes ausschließen.

Auch Hacking hat Grenzen

Die Software von Roth hat in der angegebenen Zeit 70 Millionen Wörter aus einem Wörterbuch durchprobiert. Und hier zeigen sich auch die Grenzen. Denn das gesuchte Passwort darf nicht zu lang sein. Bei WPA sind Schlüssellängen bis zu 63 Zeichen erlaubt. Damit kommt das Sicherheitsbewußtsein des Anwenders ins Spiel. Wer ein Passwort mit mindestens 20 Zeichen, in dem keine Begriffe aus Wörterbüchern vorkommen, wählt und Groß- und Kleinbuchstaben und Sonderzeichen nutzt, ist aktuell auf der sicheren Seite. Dagegen ist ein Passwort wie „wlanadmin“ schnell geknackt.

Fazit

Die modere IT-Technologie schützt uns nicht nur vor Angriffen, sondern macht auch effektive Angriffe möglich. Deshalb ist das Sicherheitbewußtsein des Anwenders immer gefordert. Mit der Einhaltung weniger Regeln wird die IT-Sicherheit um ein Vielfaches erhöht.

auktionBeachten Sie auch dazu unsere 10 Regeln zum Schutz Ihrer persönlichen Daten.

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