Onlineüberweisung: Haftet die Bank für eine falsche Überweisung des Bankkunden aufgrund eines Trojaners?

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Onlineüberweisungen sind oft Ziel von Kriminellen. Banken sind daher bestrebt, ihre Onlinedienste so sicher wie möglich zu gestalten. Doch kann der Kunde Ansprüche gegen das Geldinstitut geltend machen, wenn er aufgrund eines Trojaners eine falsche Überweisung tätig, obwohl die Bank vorher auf die Sicherheitslücke aufmerksam gemacht hat? Diese Frage hatte das AG Köln zu beantworten.

Bannkunde fällt auf Betrug aufgrund eines Trojaners herein

Ein Onlinebanking-Portal war einem Trojaner-Angriff ausgesetzt. Als die Bank hiervon erfuhr, wies sie die Bankkunden auf der Startseite der Plattform auf die Sicherheitslücke hin. Zudem wurden die Kunden darüber informiert, wie der Betrugsversuch in aller Regel abläuft. In der Folgezeit fiel dennoch ein Kunde auf die kriminellen Machenschaften herein. Als er eine Überweisung tätigen wollte, wurde er von einem Pop-Up-Fenster überrascht. Dabei wurde er aufgefordert eine angeblich fehlgeleitete Überweisung zurückzuüberweisen. Andernfalls werde sein Account gesperrt. Dabei war auffällig, dass sich das Fenster nicht schließen ließ und das Konto des Kunden eine Gutschrift aufwies, wobei es sich bei dieser wohl um die angeblich unberechtigte Überweisung auf das Konto des Kunden handeln sollte. Diese Umstände veranlassten den Kunden daraufhin dazu, die geforderte Überweisung zu veranlassen. Hierfür setzte er eine TAN-Nummer ein. Später bemerkte er, dass er Opfer eines Betrugs wurde. Er wandte sich daher an die Bank und verlangte die Erstattung des fälschlicherweise überwiesenen Geldbetrages. Die Bank kam der Forderung jedoch nicht nach. Daraufhin klagte der Betroffene vor dem Amtsgericht Köln.

Bank haftet nicht für Betrug aufgrund des Trojaners

Das Amtsgericht Köln (Urteil vom 26. Juni 2013, Az. 119 C 143/13) lehnte eine Verpflichtung der Bank zur Erstattung des Geldbetrags ab. Zwar ergibt sich aus § 675u Satz 2 BGB eine Verpflichtung des Zahlungsanbieters (also der Bank) zur Erstattung des überwiesenen Fehlbetrages im Fall eines nicht autorisierten Zahlungsvorgangs. Allerdings hat der Bankkunde mit seiner eigenen TAN-Nummer überwiesen, sodass die Überweisung von ihm genehmigt wurde. Auch ein Anspruch auf Schadensersatz verneinte das Gericht, da der Kunde vor der Überweisung durch die Bank darüber informiert wurde, dass ein Trojaner im Umlauf ist. Der Kunde trägt daher ein einhundertprozentiges Mitverschulden an seinem erlittenen Schaden. Zudem hätte dem Kunden, so das Amtsgericht Köln weiter, das Pop-Up-Fenster misstrauisch machen müssen. Normalerweise erscheint ein solches Fenster nicht, wenn sich Kunden beim Onlinebanking einloggen. Daher hätte der Betroffene erst Kontakt mit der Bank aufnehmen müssen, bevor er die Überweisung getätigt hat. Die Bank muss den Fehlbetrag nicht ersetzen.

Fazit:

Kunden sind gehalten, beim Onlinebanking Vorsicht walten zu lassen. Bei ungewöhnlichen Vorkommnissen sollten sie sich daher mit der Bank in Verbindung setzen. Jedenfalls haftet eine Bank nicht für einen Betrug aufgrund eines Trojaners, wenn der Kunde vor diesem gewarnt wurde.

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