Anti Staatstrojaner: Mit der freien Software DETEKT gegen Überwachung

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Digitale Gesellschaft e.V. hat heute eine Open-Source-Software vorgestellt, die Staatstrojaner auf einem Computer aufspüren kann. Die Software wurde in Kooperation mit Amnesty International, Electronic Frontier Foundation und Privacy International veröffentlicht. Die Effektivität der Software könnte jedoch nur von kurzer Dauer sein.

Erkennung von Staatstrojanern mit DETEKT

Die Software „DETEKT“ wurde von Bürgerrechtlern mit internationaler Unterstützung entwickelt, um den sehr umstrittenen Staatstrojaner auf Windows-Rechner erkennen zu können. Vor allem in Deutschland ist der Einsatz der Spionagesoftware in der Kritik, da sich mit diesem Trojaner nicht nur jedes Detail aufzeichnen lässt, sondern sogar der betroffene Computer gesteuert werden kann. So ist auch der Zugriff auf Mikrofone und Kameras möglich, aber auch der Austausch von Dateien in beide Richtungen ist problemlos durchführbar

. Opfer des Trojaners bemerken in den meisten Fällen nicht einmal, ob sie betroffen sind, da es kaum eindeutige Anzeichen für einen Fremdzugriff gibt. Mit DETEKT bietet die Digitale Gesellschaft e.V. nun eine freie Software an, die helfen soll, den Trojaner zu erkennen. Die Software ist Open-Source, wodurch sich der Quellcode auf Sicherheit prüfen lässt und Verbesserungen von anderen Entwicklern vorgeschlagen werden können.

Mehr Sicherheit für gefährdete Personen

Die Zielgruppe für die Entwickler sind Personen, die schnell ins Visier von Ermittlern und Nachrichtendiensten geraten können. Das sind unter anderem Bürgerrechtler, Journalisten aber auch Online-Aktivisten, die sich für die Sicherheit, Privatsphäre und vor allem Menschenrechte einsetzen. Nicht immer geht es hierbei um die Verfolgung von rechtswidrigen Handlungen oder Straftaten. Sie stellen sie sich oft gegen Regierungen und riskieren in einigen Ländern ihr Leben beim Einsatz für mehr Rechte unterdrückter.

Bisher kann die Software „DETEKT“ acht Spähprogramme für das Betriebssystem Windows aufspüren. Dabei werden die am weitesten verbreiteten Versionen erkannt, weitere sollen aber folgen. Entfernen lässt sich ein gefundener Trojaner allerdings bisher nicht. DETEKT dient lediglich zur Erkennung von Staatstrojanern, um die betroffene Person zu warnen. Als Reaktion darauf kann das Opfer eigenständig versuchen, die Spähsoftware zu entfernen oder das Gerät nicht weiter zu benutzen. Die Software garantiert jedoch nicht, dass tatsächlich keine Trojaner auf dem Computer installiert sind. Seltenere Varianten der Trojaner lassen sich unter Umständen nicht erkennen.

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Spezialisierte Firmen können Code schnell anpassen

Die Entwickler solcher Staatstrojaner kennen die Methoden von Anti-Viren-Software und halten sich immer auf dem aktuellsten Stand. Mit der Veröffentlichung dieser Software wird es nicht lange dauern, bis der bisherige Code von aktiven Trojanern geändert wurde. Die meisten Spionagetools sind darauf ausgelegt, weiteren Code nachzuladen, wodurch es durchaus möglich ist, einem bereits eingespielten Trojaner ein Update zu verpassen. Daher ist davon auszugehen, dass DETEKT nicht lange effektiv bei aktiv beobachteten Rechnern einsetzbar sein wird. Die Software ist 23 Mb groß und ist derzeit in fünf verschiedenen Sprachen verfügbar, darunter auch in Deutsch.

DETEKT kann unter der Webseite www.resistsurveillance.org heruntergeladen werden, bisher leider nur in einer Version für Windows.

Fazit:

Der Einsatz der Regierungen gegen die Anonymität des Internets steigert sich unaufhörlich und immer effektivere Methoden kommen zum Einsatz, um Menschen zu überwachen, die für Regierungen und Behörden von Interesse sind. DETEKT ist hier ein Anfang, aber möglicherweise nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Verhaltensweisen der Trojaner, die DETEKT entdecken kann, lassen sich schnell abändern und machen so die Software schnell wieder unbrauchbar. Das Problem wird nicht bei den Wurzeln gepackt und sorgt nur dafür, dass mehr Geld in die Spionagetechnik investiert wird.

Dennoch ist jede technische Lösung zur Erkennung hilfreich, und sei sie noch so kurzfristig nützlich. Sollte jedoch ein Trojaner mittels DETEKT aufgedeckt werden, sollten ein Gespräch mit Ihrem Anwalt in jedem Fall in Betracht gezogen werden. Der Computer sollte in diesem Fall sofort abgeschaltet und vom Netz genommen werden, damit mögliche Protokolldateien nicht verloren gehen.

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