Online-Banking: Bleiben Kunden bei Manipulationen der Überweisung auf dem Schaden sitzen?

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Online-Überweisungen machen einen großen Anteil an Geldtransfers aus. Über generierte TANs wird dabei auch ein hoher Sicherheitsstandard von den Banken gewährleistet. Das LG Darmstadt hatte kürzlich zu entscheiden, wer den Schaden trägt, wenn eine Überweisung per "man in the middle" Attacke  manipuliert wurde.

Überweisung wurde durch Betrüger manipuliert

Ausgangspunkt des Falles waren mehrere Online-Überweisungen, die der Geschäftsführer eines Unternehmens tätigte. An zwei Tagen im November 2013 nahm er mehrere Zahlungsvorgänge über das von seiner Bank angebotene „Smart-TAN-plus-Verfahren“ vor. Das „Smart-TAN-plus-Verfahren“ generiert dabei aus den Überweisungsinformationen und den Kundendaten des Überweisenden eine TAN. Diese bezieht sich daher stets auf eine konkrete Überweisung. Während des Vorgangs hatte der Geschäftsführer auch die Gelegenheit die Empfängerdaten nochmals zu überprüfen, bevor er die Überweisung mit der Eingabe der TAN abschickte. Zwei der Überweisungen wurden an den Tagen jedoch nicht ausgeführt. Vielmehr wurden zwei Überweisungen in Höhe von insgesamt 18.500 EUR auf Konten in Lettland umgeleitet. Die Kontoinhaber konnten dort nicht ermittelt werden. Die Firma verlangte nun von ihrer Bank das fehlgeleitete Geld zurück. Da die Bank den Betrag nicht erstatten wollte, musste das Landgericht Darmstadt den Fall entscheiden.

Gericht: Manipulation einer Online-Überweisung ist nicht der Bank zuzurechnen

Das Landgericht Darmstadt entschied mit seinem Urteil vom 28.08.2014 zugunsten der Bank (Az.: 28 O 36/14). Das Gericht stellte dabei ganz maßgeblich darauf ab, dass das „Smart-TAN-plus-Verfahren“ nach den überzeugenden Ausführungen eines befragten Sachverständigen besonders sicher ist. Der überweisende Geschäftsführer hatte außerdem die Gelegenheit gehabt, die Daten der Überweisung noch einmal zu überprüfen.

Die Firma war wahrscheinlich das Opfer eines sogenannten „Man-in-the-Middle“ –Angriffs geworden, bei dem die Daten manipuliert wurden. Ein solcher Angriff liegt zum Beispiel dann vor, wenn die getätigte Überweisung gar nicht wirklich von der Webseite der Bank durchgeführt wird, sondern über eine Nachahmer-Webseite abgewickelt wird. Dort werden die Fremddaten dann eingefügt und durch die Bestätigung des Überweisenden Überweisungen auf Konten Dritter getätigt. Für die Bank bestand jedoch keine Möglichkeit, die zwei über eine solche Seite gefälschten Überweisungen zu erkennen, da die Bestätigung zum Absenden vom Geschäftsführer bestätigt worden war. Die Bank musste den Schaden daher nicht bezahlen.

Fazit:

Bei Online-Überweisungen sollten Bankkunden ganz besonders auf den Datenabgleich achten. Trojaner-Software ist in der Lage, eine (nahezu) identische Nachahmerseite zu erstellen, über die Bankdaten abgegriffen werden können. Teilweise arbeiten die Täter sogar mit E-Mails, die angeblich von der Bank selbst versandt wurden und die einen Link zum Überweisungsprogramm enthalten. Bei sehr sicheren Online-Überweisungsprogrammen kann der Kunde in einem solchen Fall keinen Ersatz für das umgeleitete Geld von seiner Bank verlangen.

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