Markenrecht: 700.000 Dollar für Internet-Katze „Grumpy Cat“

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Ein kalifornischer Hersteller von Kaffeemischgetränken muss Schadensersatz für die unrechtmäßige Nutzung von Katzenfotos zahlen. Allerdings handelt es sich um ein ganz bestimmtes Tier, das in Internet und Medien für seinen auffälligen, mürrischen Gesichtsausdruck bekannt ist. Das Unternehmen hatte zwar bei den Besitzern der Katze die Nutzungsrechte erworben, war aber mit seiner Werbung weit über das vereinbarte Maß hinaus gegangen.

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Schlechte Laune als Verkaufskonzept

Auch Vierbeiner können als Influencer eine Menge Geld verdienen. Zum Beispiel die fünf Jahre alte Katzendame „Tardar Sauce“, die alle Welt nur „Grumpy Cat“ nennt. Eine genetisch bedingte Kleinwüchsigkeit ist für ihre besonderen Gesichtszüge verantwortlich. Die Grummelkatze sieht aus, als würde sie ständig die Stirn runzeln und die Mundwinkel nach unten ziehen.

Für die Besitzerin Tabatha Bundesen war das Tier ein Glücksfall. Schon nach wenigen Fotos im Netz war das Nörgelgesicht weltbekannt. Statt als Kellnerin arbeitete Frauchen von nun an für die selbst gegründete „Grumpy Cat Limited“. Mit großem Erfolg: T-Shirts, Tassen, Sofakissen und sogar mehrere Bücher von und mit dem vierbeinigen Miesepeter verkaufen sich bestens. Sogar für Fernsehen und Werbespots wird die Katze gebucht.

Werbeträger eigenmächtig für weitere Produkte eingesetzt

Auch die Etiketten eines Kaffeemischgetränks namens „Gramppucino“ zierte der mürrische Katzenkopf. Dafür hatte das Unternehmen Grenade Beverages eigens Nutzungsrechte erworben. Später allerdings verwendete es das Bild auch für Produkte, die nicht in der Abmachung enthalten waren: weitere Kaffeemischungen und T-Shirts mit dem Schlechte-Laune-Tier. Die Grumpy Cat Limited klagte daraufhin wegen Verletzung des Markenrechts.

Wer nun ausgesprochen mürrisch reagierte, war der Getränkehersteller: Grenade verklagte seinerseits die Vermarktungsgesellschaft der Katze, die angeblich ihre Zusagen nicht eingehalten habe. Der vereinbarte Kinofilm mit Grumpy und den Schauspielern Will Ferrell und Jack Black sei nämlich nie gedreht worden. Der Streit um Rechte und Pflichten des mürrischen Tieres dauerte insgesamt drei Jahre. Nun steht das Urteil fest: Wegen Verletzung von Marken- und Urheberrechten muss Grenade insgesamt 710.000 Dollar Schadensersatz zahlen.

Fazit:

Die grummelige Katze ist und bleibt ein Superstar: Neben ihrem unverwechselbaren Äußeren verfügt sie auch über ein verhandlungsstarkes Management und kompetente Anwälte. An einem der Verhandlungstage ließ Grumpy sich sogar höchstselbst im Gerichtssaal blicken. Völlig unbeeindruckt behielt sie aber auch hier ihr Pokerface bei.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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