Markenrecht: Apple geht gegen App-Anbieter mit Birnen-Logo vor

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Erneut will der US-Software-Gigant die Anmeldung des Logos eines Kleinunternehmens verbieten lassen. Die App „Prepear“ bietet gesundheitsbewussten Verbrauchern Rezepte an und stellt Verbindungen zu Lieferdiensten her. Ihr Markenzeichen: eine stilisierte grüne Birne. „Zu nah an unserem Logo“, argumentiert Apple. Doch der 5-Mann-Betrieb wehrt sich.

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Widerspruch wegen „Verwechslungsgefahr“

Es geht ihr nicht nur um das eigene Logo. Sondern darum, dass ein milliardenschwerer Weltkonzern immer wieder überflüssige Markenstreitigkeiten beginnt und damit Kleinstbetriebe zum Aufgeben zwingt. So erklärt Prepear-Erfinderin Natalie Monson, warum sie Apples Einwand gegen ihre Logo-Anmeldung in die Öffentlichkeit bringt. Eine rechtliche Auseinandersetzung gegen ein Großaufgebot von Fachanwälten könne sie mit ihrem Familienbetrieb nicht finanzieren. Ihre einzige Chance: Unter dem Titel „Save the Pear from Apple“ – „Rettet die Birne vor Apple“ - hat der Ehemann der Ernährungsberaterin nun eine Petition gestartet. Zigtausende Unterzeichner fordern darin bereits, das aggressive Vorgehen des Konzerns gegen jegliche Anbieter mit Früchten im Logo zu stoppen.

David gegen Goliath

Die App ist ein Produkt der Firma Super Healthy Kids. Die gleichnamige Webseite ist aus einem Food-Blog des Ehepaars Monson hervorgegangen. Bei dem Namen „Prepear“ handelt es sich um ein Kunstwort, zusammengesetzt aus den englischen Begriffen to prepare (zubereiten) und pear (Birne). Bereits seit 5 Jahren verwendet die App das Logo. Von irgendwelchen Verwechslungen mit i-Phones oder Mac-Computern ist nichts bekannt. Trotzdem legte Apple Widerspruch ein, als die grüne Birne nun als Marke eingetragen werden sollte. Zu nah dran am angebissenen Apfel sei das Zeichen; das eigene Logo könne dadurch an Aussagekraft verlieren oder gar verwechselt werden.

Aggressive Markenpolitik auch in Deutschland

Vor gut einem Jahr hatte ein kleiner Touristik-Verband aus dem Rheinland ähnliche Erfahrungen mit seiner „Apfelroute“ gemacht. Für diesen Radwanderweg durch ein Obstanbaugebiet hatten die Marketing-Experten einen roten Apfel mit grünem Blatt als Logo kreiert. Auch damals legten Apple-Anwälte Widerspruch gegen die Markenanmeldung ein. Weil sich der Verband weder einen Rechtsstreit mit Apple, noch die Entwicklung eines neuen Logos leisten konnte, lenkte man ein: Der Markenanspruch wurde stark eingeschränkt und bezieht sich jetzt ausschließlich auf die Fahrradroute selbst, nicht aber auf andere Bereiche wie beispielsweise Kleidung.

Fazit

Mit aus der Luft gegriffenen Verwechslungsvorwürfen habe Apple schon häufig kleine Anbieter dazu gezwungen, ihre Logos zu ändern, schreibt Prepear-Gründerin Monson. Gerade zu Corona-Zeiten kämpften Unternehmen wie ihres ohnehin ums Überleben. Nun will sie mithilfe der Öffentlichkeit erreichen, dass Apple seinen Widerspruch gegen das Birnen-Logo zurückzieht.

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