Werbeaussagen: Wann ist Werbung mit „limitierter Stückzahl“ erlaubt?

(3 Bewertungen, 4.67 von 5)

Ab und an müssen sich Kunden beeilen, um besonders günstige Angebote im Internet zu erhaschen. Schwierig wird es aber, wenn Händler zu wenige Stückzahlen zum Verkauf bereithalten. Dies zeigt ein aktuelles Urteil des OLG Koblenz.

Haushaltsgeräte innerhalb weniger Minuten ausverkauft

Es ging um die Print- und Onlinewerbung eines Händlers für ein Haushaltsgerät. Das Unternehmen warb damit, das Produkt sei in ausgewählten Filialen an einem bestimmten Tag und im Internetshop ab 18 Uhr am Tag der Veröffentlichung der Werbung verfügbar. Der Händler wies auch auf eine „limitierte Stückzahl“ hin.

Für den Kauf mussten die Kunden aber sehr schnell sein: Im Internet war das Gerät schon nach vier Minuten und in den Geschäften nach ein bis zwei Stunden ausverkauft. Der Fall landete wegen einer angeblichen Täuschung der Kunden vor Gericht. Das Landgericht erlaubte dem Händler die Werbung für die Angebote in den Geschäften und im Internet. In der Berufung musste nun das Oberlandesgericht Koblenz eine Entscheidung treffen.

Händler müssen Waren für bestimmten Zeitraum vorrätig halten

Die Richter des Oberlandesgerichts Karlsruhe (Urteil vom 2. Dezember 2015, Az. 9 U 296/15) untersagten dem Unternehmen die Werbung für das Gerät im Internet. Bei der Werbung für besondere Angebote gilt Folgendes: Die Werbung ist grundsätzlich nur erlaubt, wenn die Händler in der Lage sind, die Produkte für den Kunden in angemessener Menge zu dem günstigen Preis vorrätig zu halten. Ausnahmsweise ist sie auch zulässig, wenn die Händler bestimmte Stückzahlen lagern und keine Anhaltspunkte dafür haben, dass die Waren auf Grund unerwartet hoher Nachfrage nicht ausreichen werden.

Im vorliegenden Fall konnte das Unternehmen nicht beweisen, dass es hinsichtlich der Angebote im Internet keine Anhaltspunkte für die hohe Nachfrage hatte. Es reichte dann auch nicht aus, auf ein „limitierte Stückzahl“ hinzuweisen. Der Hinweis ist inhaltslos, so das Oberlandesgericht. Anders sah es bei der Werbung für die Produkte in den Geschäften aus. Das Gericht hielt die Werbung für den Verkauf in den Filialen für zulässig. Der Händler konnte nachweisen, dass ähnliche Verkaufsaktionen in der Vergangenheit in den Läden keine vergleichbaren Kundenanstürme verursacht haben.

Fazit:

Händler müssen ihren Kunden grundsätzlich eine realistische Kaufchance für das beworbene günstige Produkt geben. Andernfalls täuschen sie über die Verfügbarkeit des Angebots.

 

Praxis-Tipp
Für mehr Informationen nehmen Sie einfach an unserem kostenlosen Webinar "Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten" teil:

Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Werbung ohne Einwilligung: Wie teuer ist das Versenden von Spam-Mails? Spam-Mails können sich zu einem lästigen Übel entwickeln – und dies sowohl im geschäftlichen wie auch im privaten E-Mail-Verkehr. Aber welcher Streitwert ist ...
Weiterlesen...
Fotos im Netz: Hostessen-Job = Einwilligung für Bildveröffentlichung? Bei Messen, Infoveranstaltungen, Partys und anderen Events gilt: Ohne Hilfskräfte geht nicht viel. Mittlerweile üblich ist es dabei, anschließend Bilder von T...
Weiterlesen...
DSL Anschluss: Können Kunden ihren DSL-Vertrag kündigen, wenn die Geschwindigkeit zu gering ist? Telekommunikationsdienstleister locken mit schnellen Internetverbindungen. Doch was können Kunden unternehmen, wenn die tatsächliche Geschwindigkeit hinter de...
Weiterlesen...
Deutsche Zentral Inkasso: Haftstrafe für Schuldner? Die Deutsche Zentral Inkasso GmbH gerät immer wieder in die Schlagzeilen. Mit einer Pressemitteilung hat die Deutsche Zentral Inkasso GmbH nun für Angst und Sch...
Weiterlesen...
Achtung Online-Händler: Welche Details der Ware müssen im Kaufprozess angezeigt werden? Im Online-Shop müssen Händler eine Vielzahl an Informationspflichten beachten. So sind die Verkäufer z. B. auch verpflichtet über die wesentlichen Wareneigens...
Anzeige Datenschutz-Kit
Anzeige
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details