Marketing im Netz: Reicht der Hinweis „Sponsored“ zur Kennzeichnung von Werbung?

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 Webseitenbetreiber müssen auf der Internetseite zwischen redaktionellen Inhalten und Werbung trennen. Aber reicht dafür der Hinweis „Sponsored“ aus? Das Landgericht München I hat diese Frage beantwortet.

Webseitenbetreiber macht auf Werbung nur mittels „Sponsored“-Hinweis aufmerksam

Die Wettbewerbszentrale ging gegen den Betreiber einer Webseite vor. Die Wettbewerbshüter bemängelten eine unzureichende Kennzeichnung von Werbeinhalten auf der Internetseite. Konkret ging es um Folgendes: Der Webseitenbetreiber bot auf der Internetseite redaktionelle Beiträge rund um das Thema Gesundheit an. D

abei verwendete er u.a. den Link „Akne – Narben als Folgeerscheinung (Sponsored – Akne-Ratgeber)“. Klickte der User auf den Link, wurde er auf eine andere Webseite weitergeleitet, auf der ein Unternehmen für diverse Produkte warb. Die Wettbewerbszentrale forderte eine Unterlassungserklärung, die der Webseitenbetreiber aber nicht abgab. Der Fall landete vor Gericht. Das Landgericht München I hat ihn entschieden.

Gericht: „Sponsored“-Hinweis reicht für Kennzeichnung von Werbung nicht aus

Das Landgericht München I (Urteil vom 31. Juli 2015, Az. 4 HK O 21172/14) verurteilte den Webseitenbetreiber. Er verstieß gegen das Gebot der Trennung von redaktionellen Inhalten und Werbung. Nach diesem Gebot ist sogenannte „redaktionelle Werbung“ verboten. Grund hierfür ist, dass der User über den Werbecharakter von Inhalten nicht getäuscht werden soll. Zur Vermeidung einer solchen Irreführung reicht der Hinweis „Sponsored“ nicht aus.

Das Gericht beanstandete, dass der Hinweis ein englischer Begriff ist. Leser, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, können ihn nicht verstehen. Außerdem ist der Hinweis nicht zwingend so zu verstehen, dass es sich um eine Anzeige handelt. Im Gegensatz zu Rundfunk und Fernsehen, ist das „Sponsoring“ in der Presse nicht oder nur sehr geringfügig verbreitet. Der durchschnittliche Leser versteht nicht, dass für die Veröffentlichung des Beitrags ein Entgelt bezahlt wurde.

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Fazit:

1. Webseitenbetreiber müssen strikt zwischen redaktionellen Inhalten und Werbung trennen.

2.Begriffe wie „Sponsored“ oder „Sponsored by“ reichen für die Kennzeichnung von Werbung nicht aus.

3. Detaillierte Anleitungen, Checklisten und Videos zur Werbung im Netz finden Sie im eRecht24 Premium.

 

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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