Marketing: Wie lange dürfen Händler die Einwilligungen der Kunden für E-Mail-Werbung nutzen?

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Einmal eine Einwilligung vom Kunden holen und dann Jahre lang Werbung verschicken – geht das? Genau diese für Händler wichtige Frage hat das AG Hamburg beantwortet. Wir zeigen, was es mit der Entscheidung auf sich hat.

Wichtig: Händler brauchen Einwilligungen für Werbung

Um überhaupt in erlaubter Weise Werbung versenden zu können, brauchen Händler eine wirksame Einwilligung der Werbeadressaten. Ohne die Einwilligung geht gar nichts. Fehlende oder unwirksame Einwilligungen sind einer der häufigsten Abmahngründe. Und genau um die Wirksamkeit einer solchen Werbeeinwilligung ging es im Fall des Amtsgerichts Hamburg.

Unternehmen nutzt Kundeneinwilligung über mehrere Jahre für Werbemails

Ein Unternehmen besorgte sich zu Marketingzwecken schon im Jahr 2010 die Einwilligung von einer Kundin. In den folgenden Jahren nutzte das Unternehmen die Einwilligung rege, um diverse Werbemails zu verschicken.

Im Jahr 2016 (also ganze sechs Jahre später!) fiel der Kundin dann auf, dass sie die Werbung doch nicht so toll fand. Sie warf dem Werber vor, dass die vor Jahren erteilte Einwilligung nach so langer Zeit doch wohl nicht mehr wirksam sein könne.

AG Hamburg: Ist die Einwilligung einmal da, dürfen Händler über lange Zeit Werbung verschicken

Das Amtsgericht Hamburg (Urteil vom 24. August 2016, Az. 9 C 106/16) sah das anders. Die Einwilligung war auch noch sechs Jahre später gültig. Der Grund hierfür: Der Händler hatte in den vergangenen Jahren regelmäßig Werbung an die Adressatin geschickt und so immer wieder von der einmal erteilten Einwilligung Gebrauch gemacht. Die Betroffene durfte deswegen nicht davon ausgehen, dass ihre Einwilligung urplötzlich unwirksam wird.

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Praxistipps zur E-Mail-Werbung:

1. Es gibt zeitliche Grenzen für die Wirksamkeit einer Einwilligung. Wo diese liegen, ist aber noch weitgehend ungeklärt.

2. Unternehmer können von einer einmal erteilten Einwilligung lange Zeit Gebrauch machen, wenn sie regelmäßig Werbemails versenden.

3. Kunden können ihre Werbeeinwilligung widerrufen, wenn sie keine Werbemails mehr wünschen. Händler dürfen an diese Adresse dann keine E-Mails mehr versenden. 

 

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Kommentare  
Ulrich S.
+1 # Ulrich S. 12.10.2016, 23:30 Uhr
Ich frage mich nur, warum die Klägerin, nachdem Sie festgestellt hat, dass Ihr die Werbung nun doch nicht mehr so toll gefällt, nicht einfach die Einwilligung widerrufen hat. Das wäre doch viel logischer gewesen, als vor dem Amtsgericht zu klagen, oder?
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Sarah
+1 # Sarah 16.10.2016, 06:39 Uhr
Vielleicht ist ihr der Geduldsfaden geplatzt. Ich bin mal bei einem Onlineshop gleich auf mehreren Verteilern gelandet, fand das aber erstmal nicht weiter schlimm. Bis ich das Land gewechselt habe und mit deren Werbung nichts mehr Anfangen konnte. Der Versuch, mich über die üblichen Wege von den Listen abzumelden war ein "Wack-a-mole" Spiel, dass ich verlor.
Gottseidank half aber eine Mail an den dortigen Support der sehr freundlich war und nicht gleich beleidigt war, dass ich nichts mehr mit ihnen zu tun haben wollte.
Bis ich den Support kontaktierte war ich aber schon extrem frustriert und wenn dann noch eine schnippische Antwort zurückkommt kann ich mir schon vorstellen, wie sich jemand dermaßen Aufregt, dass er oder sie zum Anwalt rennt.
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