Händler aufgepasst: Vorsicht bei „Bisher“-Preisvergleichen

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"Bisher 100 Euro, jetzt nur noch 80 Euro“: So oder so ähnlich klingen viele Werbeslogans, die Händler für ihre Produktwerbung nutzen. Bei dieser Werbestrategie gibt es aber auch zeitliche Grenzen. Das LG Bochum hat sich mit der Frage beschäftigt, wie lange Händler eigentlich mit alten Preisen werben dürfen.

Händler verlangt alten Preis schon seit Monaten nicht mehr

Ein Onlinehändler versuchte seinen Kunden einen Fahrradhelm schmackhaft zu machen. Hierfür nutzte er den bewährten Trick des „Bisher“-Preisvergleichs: Er zeigte den aktuellen, günstigen Preis an und verglich ihn mit dem bisherigen, teureren Preis.

Die Sache hatte nur einen Haken: Die beworbene Preisänderung lag schon 3 Monate zurück. Ein Konkurrent warf dem Händler deswegen eine Täuschung der Kunden vor. Das Landgericht Bochum hat sich mit dem Fall im März dieses Jahres beschäftigt.

Gericht: Beworbene Preisänderung muss aktuell sein

Das Landgericht Bochum (Urteil vom 24. März 2016, Az. I-14 O3/16) entschied, dass der Händler nicht mit dem Preisvergleich werben durfte. Dem Gericht fiel die Begründung für diese Entscheidung einfach: Die beworbene Preisänderung war schlichtweg zu alt.

Händler dürfen mit „Bisher“-Preisvergleichen nicht mehr werben, wenn zwischen der Preisänderung und der Werbung hierfür zu viel Zeit liegt. Die Kunden gehen nämlich davon aus, dass der bisherige Preis bis vor kurzem gefordert wurde. Wann die zeitliche Grenze zum Unzulässigen erreicht wird, ließ das Gericht aber offen.

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Hier war die Grenze auf jeden Fall überschritten, da die in der Werbung angepriesene Preisänderung schon 3 Monate alt war.

Praxistipps zu Werbung mit alten Preisen:

1. Händler dürfen natürlich mit Preisänderungen werben. Um die Gefahr von Abmahnungen zu minimieren, sollten Händler aber mit Vergleichen des aktuellen Preises mit dem bisherigen Preis aber nicht allzu lange werben.

2. Leider gibt es keine allgemeingültigen Richtwerte, wie lange mit alten Preisen geworben werden darf. Ratsam ist es maximal ein paar Wochen mit der Preisänderung zu werben. Von monatelangen Werbekampagnen ist abzuraten.

3. Mit Hersteller-UVPs dürfen Händler länger werben. Nämlich so lange, wie die UVP des Herstellers tatsächlich aktuell ist.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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