Erneute Schlappe für Verlage: Adblocker weiterhin erlaubt

(2 Bewertungen, 5.00 von 5)

Das Kölner Softwareunternehmen Eyeo darf auch weiterhin sein Programm zur Unterdrückung von Werbung im Internet anbieten. Nachdem die Revisionsklage dreier Medienunternehmen vom Oberlandesgericht München abgewiesen wurde, ist nun der Weg frei für eine endgültige Entscheidung des Bundesgerichtshofs. Alternativ bleibt den Webseitenbetreibern die Möglichkeit, ihre Inhalte für Benutzer von Adblock Plus zu sperren.

Verlage finanzieren ihr Internetangebot durch Werbung

Wer die Software installiert und im Browser aktiviert hat, kann schon jetzt das Online- Angebot von BILD, Süddeutscher Zeitung und verschiedenen anderen Medien nicht mehr nutzen. So versuchen die Anbieter, Besucher zum Abschalten der Adblocker zu bewegen. Denn das Lesen der journalistischen Inhalte ist grundsätzlich kostenlos. Finanzieren lässt es sich nur über kommerzielle Anzeigen. Werden die ausgeblendet, entstehen Umsatzeinbußen. Hersteller Eyeo unterstellen die Medien deshalb eine gezielte Behinderung des Wettbewerbs. Einzige Möglichkeit, die Werbeschranke zu umgehen: Die Verlage zahlen dem Unternehmen eine „Lizenzgebühr“ und werden dann in die sogenannte „Whitelist“ aufgenommen. Damit ist die Werbung auf ihren Seiten als „nicht störend“ qualifiziert und wird trotz Adblocker angezeigt. Ein Druck, dem sich die Kläger von Süddeutscher Zeitung, Pro-Sieben-Sat1 und der RTL-Tochter IP Deutschland nicht beugen wollen.

Letzte Instanz: Bundesgerichtshof

Noch im Sommer 2016 hatte das Oberlandesgericht Köln das Prinzip der Ausnahmen für „Akzeptable Werbung“ für unzulässig erklärt wurde. Im Gegensatz dazu sieht das OLG München im sogenannten „Whitelisting“ keine verbotene aggressive Werbung. Auch eine gezielte Behinderung des Wettbewerbs oder Verstöße gegen das Kartellrecht verneint das Urteil. Ein Anspruch auf Schadensersatz liegt nach Angaben des Gerichts ebenfalls nicht vor. Schließlich hätten die Kläger die Benutzung von Adblockern auf ihren Seiten nicht verboten, sondern lediglich um das Abschalten der Software gebeten.

Fazit:

Das Urteil der Vorinstanz am Landgericht München ist in allen Punkten bestätigt worden. Da allerdings das Oberlandesgericht Köln in einem anderen Verfahren die Methode des „Whitelistings“ untersagt hatte, ist eine Revision am Bundesgerichtshof zugelassen. Erst hier kann dann die endgültige Entscheidung über die Verwendung von Adblockern auf deutschen Internetseiten fallen.

Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Ganz schön clever: „Bitte keine Werbung. Ausser unsere“ „Bitte keine Werbung“ - Aufkleber sind an vielen Briefkästen zu finden. Ein besonders cleveres Anzeigenblatt verteilte eigene Aufkleber: „Bitte keine Werbung,...
Weiterlesen...
Achtung Abmahnung: Sind Bewertungsanfragen per E-Mail erlaubt oder Spam? Kundenbewertungen sind immens wichtig für Händler, die online Produkte oder Dienstleistungen anbieten. Käufer und Kunden bekommen in der Folge immer häufiger Ma...
Weiterlesen...
Achtung Abmahnung: Dürfen Händler Konkurrenzprodukte als „Nachahmung“ oder „Plagiat“ bezeichnen? In vielen Branchen ist der Konkurrenzdruck groß. Einige Unternehmen greifen deswegen zu besonderen Marketingmethoden zurück. Doch Vorsicht: Nicht alles ist erla...
Weiterlesen...
Marketing: Ist Werbung mit „Hauptuntersuchung“ erlaubt, wenn die Werkstatt diese nicht selbst anbietet? Viele Autowerkstätten bieten die sogenannte Hauptuntersuchung (HU) an. Doch dürfen die Unternehmen auch mit dieser Leistung werben, wenn nicht sie, sondern Drit...
Weiterlesen...
Neues Urteil zum E-Mail Marketing: Das Ende von „Double Opt-in“? Der Versenden von Newslettern und E-Mail Werbung ist nach deutschem Recht nur dann erlaubt, wenn der Empfänger ausdrücklich eingewilligt hat. Diese Einwilligung...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtsschutzversicherungRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support