Werbung im Netz: Ist Bannerwerbung auf Kinderwebseiten erlaubt?

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Bei vielen Internetseiten findet sich links und rechts am Seitenrand Bannerwerbung. Dabei muss für den Besucher der Seite aufgrund seines Urteilsvermögens erkennbar sein, dass die Werbung vom redaktionellen Teil der Seite getrennt ist. Doch ist diese Werbeart zulässig, wenn die Internetseite hauptsächlich von Kindern besucht wird?

An Kinder adressierte Internetseite schaltet Werbung am Rand einer Website

Die von dem Gericht thematisierte Werbung schaltete der Betreiber einer an Kinder gerichteten Internetseite, welche interaktive Spiele anbot. Dabei befand sich die sogenannte Bannerwerbung sowohl horizontal als auch vertikal neben dem redaktionellen Inhalt des Internetauftritts. Dabei setzte sich diese vom eigentlichen Inhalt der Seite ab. Diese Art der Werbung hielt ein Konkurrent für wettbewerbswidrig und beantragte vor dem Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegen den Seitenbetreiber mit dem Inhalt, die Bannerwerbung zu entfernen und derartige Werbemaßnahmen in Zukunft zu unterlassen. Er argumentierte, dass es sich um getarnte und daher unlautere Werbung handele. Das Landgericht jedoch wies den Antrag des Mitbewerbers zurück. Das Gericht hielt die Werbung für zulässig. In der Folge legte der Konkurrent Beschwerde ein, sodass dass sich das Kammergericht Berlin mit der Rechtsfrage befassen musste.

Kammergericht stuft Bannerwerbung als zulässig ein

Auch das Kammergericht Berlin (Beschluss vom 24. Januar 2012, Az.: 5 W 10/12) beurteilte den Fall nicht anders. Eine getarnte Werbung sei nach Ansicht der Richter deshalb nicht anzunehmen, da sich die Werbung deutlich vom eigentlichen Inhalt der Internetseite abhebe. Dies sei optisch hinreichend erkennbar gewesen. Zudem hielt das Gericht die bei Kindern noch nicht komplett ausgebildete Urteilsfähigkeit, die darin besteht, zwischen Werbung und redaktionellem Inhalt zu unterscheiden, für ausreichend. Kinder seien schon, so die Richter, von frühem Kindesalter damit vertraut, dass auf Internetseiten geworben wird und diese Werbung optisch vom Restinhalt des Internetauftritts getrennt ist.

Weiter führte das Gericht aus, dass es mittlerweile üblich sei, dass Internetauftritte und Werbemaßnahmen in Zeiten des Suchmaschinenmarketings (sog. Keyword-Advertising) miteinander verbunden werden. Die Richter schränkten zwar ein, dass die Kinder dies erst kennen lernen müssten. Allerdings ging das Kammergericht davon aus, dass sie dies sehr schnell tun. Aus diesen Gründen sei die Bannerwerbung demnach nicht zu beanstanden.

Fazit

Der Beschluss des Kammergerichts verwundert ein wenig. So beurteilten die Richter die Einsichts- und Urteilsfähigkeit von Kindern als ausreichend, Schleichwerbung zu enttarnen und zwar unabhängig davon, in welchem Alter sich diese befinden. Seitenbetreiber hingegen können nach diesem Beschluss zunächst aufatmen, solange sie den Werbeteil von dem redaktionellen Teil ihrer Website optisch eindeutig abtrennen.

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