Marketing: Wer darf mit „Die Nummer 1“ werben?

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Immer wieder kommt es vor, dass Verbraucher durch Werbeversprechen in die Irre geführt werden. Im Juli 2013 waren Werbeaussagen von „Nivea“ Gegenstand einer Gerichtsverhandlung. Das Landgericht Düsseldorf musste entscheiden, ob Nivea weiterhin für sein Deo „Invisible For Black & White“ werben darf.

Deodorant soll gelbe Deo-Flecken verhindern

Ausgangspunkt des Rechtsstreits war die Werbung von Nivea für die Produktserie „Invisible For Black & White“. Sowohl in den Printmedien als auch in TV-Spots warb das Kosmetikunternehmen mit folgenden Aussagen: - „Nr.1 gegen Deoflecken“ bzw. „Nr.1 gegen gelbe Flecken“ - „Der Nummer 1 Schutz gegen Deo-Flecken“ - „Das beste Deo gegen gelbe Flecken“, „Das Nr.1 Deo gegen gelbe Flecken“ - „Schwarz bleibt Schwarz“.

Auch ein Konkurrent von Nivea sah die Werbung und hielt diese für wettbewerbswidrig. Er mahnte daher die hinter Nivea stehende Beiersdorf AG ab und verlangte es, die Werbeaussagen zu unterlassen. Seiner Ansicht nach führe das Werbeversprechen die Verbraucher in die Irre. Die Werbung erzeuge beim potentiellen Kunden den Eindruck, Nivea sei mit seinen Produkten Markführer im Bereich der Deodorants, welche gelben Flecken vorbeugen. Ebenso griff der Konkurrent die Aussage „Schwarz bleibt Schwarz“ an, da trotz der Benutzung des Deos Flecken entstünden. Hierzu führte der Mitbewerber Tests an Stoffproben durch. Zudem handele es sich bei den beworbenen Produkten nicht um Deodorants sondern Anti-Transpirantien, denn gelbe Flecken seien nur bei solchen Produkten zu beobachten. Bei Deodorants seien Flecken auf Textilien überhaupt kein Problem. Da die Beiersdorf AG den Forderungen in der Abmahnung nicht nachkam, klagte der Konkurrent. Das Landgericht Düsseldorf musste nun entscheiden.

Landgericht Düsseldorf: Werbung ist irreführend

Das Landgericht Düsseldorf (Urteil vom 25. Juli 2013, Az. 14c O 94/13) stufte die Werbung ebenfalls als irreführend ein und verurteilte die Beiersdorf AG zur Unterlassung. Durch Aussagen wie „Nr.1“ oder „das beste“ wird beim Kunden der Eindruck erzeugt, Nivea nehme eine Spitzenstellung im Markt ein. Hierdurch wird nach Ansicht des Gerichts automatisch ein Bezug zur Qualität des Produkts hergestellt. Der Kunde geht dabei davon aus, dass das beworbene Produkt das Beste seiner Art ist. Dabei unterscheidet der Kunde nicht zwischen Deodorants und Anti-Transpirantien. Die Fähigkeit zwischen den beiden Arten von Deomitteln zu unterscheiden fehlt dem Kunden nach Ansicht des Gerichts, da auch die Läden nicht zwischen diesen trennen. Die Werbeaussage ist den Richtern folgend irreführend, da die Tests an den Stoffproben nachweisen konnten, dass Flecken auch bei Verwendung der Nivea-Produkte entstehen. Der Konkurrent bekam daher Recht. Die Beiersdorf AG muss daher die Werbung unterlassen.

Fazit:

Werbung ist dann unzulässig, wenn sie den Kunden in die Irre führt. Eine solche Irreführung ist immer dann gegeben, wenn unzutreffende Tatsachen behauptet werden und dies zu einer Fehlvorstellung beim potentiellen Kunden führt. Um teure Abmahnungen zu vermeiden, sollte unwahre Werbeversprechen verzichtet werden.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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