Gesamturteil sehr gut: Werbung mit Testergebnissen kann irreführend sein

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Händler bewerben ihre Waren gern mit Testergebnissen. Der Kunde wird durch gute Testergebnisse auf das Produkt aufmerksam, gute Testergebnisse sind ein starkes Verkaufsargument. Aber wie genau müssen die Ergebnisse beschrieben werden? Damit hatte sich kürzlich das OLG Frankfurt zu beschäftigen.

Werbung mit Testergebnissen kann irreführend sein

Ausgangspunkt des Streits war die Werbung eines Pharmaherstellers. Er bewarb eine bestimmte Arznei gegen Nagelpilz mit dem Werbespruch: ÖKO-TEST Gesamturteil sehr gut. Gegen diese Werbung ging ein eingetragener Verein vor. Der Verein überwacht im Interesse seiner Mitglieder die Einhaltung der Lauterkeitsvorschriften für Werbung mit Heilmitteln. Der Verein erwirkte zunächst ein Verbot der Werbung. Der Pharmahersteller war damit nicht einverstanden und ging gerichtlich gegen das Verbot vor.

Werbeaussage war irreführend

Das OLG Frankfurt stufte die Werbung als irreführend ein (OLG Frankfurt, Urteil vom 22.05.2014, Az. 6 U 24/14). Der ÖKO-Test hatte die Arznei nämlich keiner umfassenden Prüfung unterzogen. Insbesondere hatte ÖKO-Test keine Wirksamkeitsprüfung gemacht. Es war nur kontrolliert worden, ob das Produkt bedenkliche oder umstrittene Hilfsstoffe enthielt. Die Werbung suggerierte aber etwas anderes. Dadurch, dass dort von „Gesamturteil“ die Rede war, entstand beim Kunden der Eindruck, dass das Produkt als ganzes getestet worden war. Dadurch stufte das OLG die Werbung als irreführend ein.

Fazit:

Bei der Werbung mit Test-Ergebnissen müssen Händler vorsichtig sein. Vor allem im Bereich der Arzneimittelwerbung unterliegt jeder Werbespruch strengen Voraussetzungen. Die Vorschriften des Heilmittelwerbegesetzes müssen daher immer beachtet werden. Der Verbraucher darf auch nicht durch den Gesamteindruck der Werbung in die Irre geführt werden. Wenn ein Testergebnis nur für einzelne Prüfpunkte vergeben wurde, sollten Händler das auch kenntlich machen.

 

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