E-Mail-Marketing: Ist Werbung in einer Autoreply-Mail erlaubt?

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Unerlaubte E-Mail-Werbung (Spam) ist immer wieder Gegenstand von gerichtlichen Entscheidungen. Jetzt hatte sich das Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt mit Werbung in einer automatischen Antwortmail (Autoreply-Funktion) zu beschäftigen.

Automatische Bestätigung enthielt Werbung

In diesem Fall ging es um den Kunden einer Versicherung, der seine Versicherung kündigte und per E-Mail auch um eine Kündigungsbestätigung bat. Er bekam hierauf eine automatisierte E-Mail-Antwort, die den Eingang seiner E-Mail bestätigte. Die E-Mail enthielt außerdem einen Hinweis auf bestimmte Services. So wurde z.B. auf eine Unwetterwarnung per SMS und auf eine IPhone-App hingewiesen. Diese Servicehinweise umfassten fast 400 Zeichen. Die eigentliche Bestätigungs-Nachricht jedoch nur 209 Zeichen.

Da in der E-Mail außerdem nicht auf die Möglichkeit hingewiesen wurde, weitere Werbung abzubestellen, klagte der frühere Versicherungskunde auf Unterlassung gegen die Versicherung.

Autoreply mit Werbung ist unzulässig

Das Amtsgerichts Stuttgart-Bad Cannstatt gab dem Versicherungsnehmer mit Urteil vom 25.04.2014 (Az: 10 C 225/14) Recht. Das Amtsgericht führte aus, dass dem Versicherungsnehmer ein Anspruch auf Unterlassung zustand, da die Versicherung ohne dessen Einwilligung Werbung in der Autoreply-E-Mail zugesendet hatte. Da sich der Empfänger von unerwünschter Werbung stets trotzdem mit der Werbung auseinander setzen muss, wird er in seiner Lebensführung beeinträchtigt. Er muss sie mindestens sichten und gegebenenfalls aussortieren, sodass ein Arbeitsaufwand entsteht. Die unerwünschte Werbezusendung im Rahmen der Autoreply-Funktion war daher unzulässig.

Fazit:

Unternehmer sollten stets darauf achten, Werbeinhalte nur mit entsprechender Genehmigung des Kunden zu versenden. Dies gilt auch, wenn die Werbung im Rahmen einer automatisierten Antwort-E-Mail an den Kunden versandt wird.

 

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