Shill Bidding: BGH verbietet Preismanipulation bei eBay

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Den eigenen Auktionspreis bei eBay durch verstecktes Mitbieten zu erhöhen, klingt erst einmal nach einer schlauen Idee. Nicht ganz so toll fand das der Bundesgerichtshof. Das Gericht hat im August dieses Jahres eine Entscheidung zum sogenannten „Shill Bidding“ getroffen.

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Verkäufer bietet mit anderem eBay-Konto an eigener Auktion mit

Ein Verkäufer bot bei eBay einen gebrauchten PKW Golf 6 in einer Auktion an. Der Startpreis betrug 1 Euro. Auch der spätere Kläger beteiligte sich an der Auktion und bot 1,50 Euro. Er war mit diesem Gebot Höchstbietender. Andere Bieter beteiligten sich an der Auktion nicht. Um den Preis in die Höhe zu treiben, überbot der Verkäufer den Bieter immer wieder. Hierzu nutzte er ein zweites Benutzerkonto. Dieses sogenannte „Shill Bidding“ ist nach den Nutzungsbedingungen von eBay nicht erlaubt. Dies hinderte den Anbieter aber nicht daran, den Preis für den Wagen letztendlich auf stolze 17.000 Euro zu treiben.

Der Kläger war der Ansicht, dass er das Auto schon für 1,50 Euro erworben hatte. Seine weiteren Gebote seien nur zustande gekommen, weil der eBay-Verkäufer in unzulässiger Weise mitgeboten hatte. Der Anbieter hatte das Fahrzeug aber bereits anderweitig weiterverkauft. Nun verlangte Kläger Schadensersatz in Höhe von 16.500 Euro, dem Marktwert des Golfs.

Heimliche Eigengebote des Verkäufers haben keine Auswirkungen auf Vertrag mit Bieter

Der Bundesgerichtshof (Urteil vom 24. August 2016, Az. VIII ZR 100/15) verurteilte den Verkäufer. Das Gericht entschied, dass der Höchstbietende das Auto für 1,50 Euro gekauft hatte, da von ihm das einzige wirksame Gebot kam. Der Kauf bei Internetauktionen bei eBay kommt nämlich nach den allgemeinen Regeln des Vertragsrechts zustande: Für einen Vertrag sind ein Angebot und die Annahme des Angebots nötig. Die heimlichen Gebote des Verkäufers spielten deswegen keine Rolle, weil er mit sich selbst überhaupt keinen Vertrag schließen konnte.

Der Bundesgerichtshof stellte auch klar, dass es nicht sittenwidrig ist, ein Auto für einen weit unter dem Verkehrswert des Wagens liegenden Betrages zu kaufen. Es ist schließlich der Reiz einer jeden Internetauktion, einen „Schnäppchenpreis“ zu erhaschen. Dass der Höchstbietende den Golf nun für schlappe 1,50 Euro kaufte, beruhte allein auf dem erfolglosen Versuch des Verkäufers, den Preis zu seinen Gunsten zu manipulieren.

Praxis-Tipp:

eBay-Verkäufer sollten auf eine Preismanipulation durch sogenanntes „Shill Bidding“ verzichten. Diese Idee kann rechtlich schnell nach hinten losgehen. Zumal eBay seit Jahren daran arbeitet, Doppel- und Fake Accounts zu enttarnen.

Wer erwischt wird, dem drohen rechtlicher Ärger und die Kündigung durch eBay.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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