Bewertungsportale: Wie ein erfundenes Restaurant zu Londons Top- Adresse wurde

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Begeisterte Kunden sind immer noch die beste Empfehlung in Gastronomie und Handel. Und das, obwohl immer wieder Fälle auftauchen, bei denen positive Kritiken gegen Geld geschrieben werden. Dass sogar ein frei erfundenes Lokal auf die Bestenliste des Bewertungsportals TripAdvisor kommen kann, hat gerade ein kreativer Brite vorgemacht.

Was taugen Ranglisten und Empfehlungen?

Wie man eine erfolgreiche Restaurantkritik schreibt, ohne jemals vor Ort gewesen zu sein, das weiß Oobah Butler. Vor seiner Tätigkeit als Journalist zahlten ihm die Inhaber 10 Pfund, wenn er ihre Lokale auf TripAdvisor positiv darstellte. Dort machte er auch die Erfahrung, dass selbst ein einziger gut geschriebener Erlebnisbericht eine Besucherzunahme und weitere gute Kritiken zur Folge hatte.

Diesmal allerdings ging er noch in Stück weiter. „The Shed At Dulwich“, mit dem er sich als Gastronom auf dem Vergleichsportal anmeldete, war nämlich kein Restaurant, sondern seine alte, schäbige Gartenlaube. Die zugehörige Webseite https://www.theshedatdulwich.com/ zeigte zwar appetitliche Gerichte. Doch in Wahrheit handelte es sich bei Schokoladentörtchen und Medaillons um eingefärbte WC-Steine, garniert mit Klecksen aus Rasierschaum.

Um nicht sofort als Hochstapler entlarvt zu werden, gab Butler keine Adresse an, sondern forderte Kunden auf, vor einem Besuch telefonisch Kontakt mit dem „Shed“ aufzunehmen.

„Londons bestgehütetes Geheimnis“

Ein exklusives neues Restaurant an einem geheimen Ort mit einer eigenwilligen Speisekarte, so lobten Butler und eingeweihte Mitstreiter das „Shed at Dulwich“ dann in zahlreichen gefälschten Rezensionen auf TripAdvisor. Und immer häufiger riefen interessierte Gäste die eigens eingerichtete Reservierungsnummer an, wo sie allerdings immer vertröstet wurden. Binnen eines halben Jahres gelang es der Gruppe tatsächlich, das fiktive Lokal auf TripAdvisor zum beliebtesten Restaurant Londons zu machen.

Diesen Erfolg hätte selbst Butler nicht für möglich gehalten. Er fragte bei TripAdvisor nach, wieso ihm niemand auf die Schliche gekommen war. Doch das Unternehmen reagierte nicht einmal beunruhigt. Dass jemand ein Restaurant erfinde, komme in der Praxis doch schließlich recht selten vor. Der Fall habe daher keine Aussagekraft für die übrigen Bewertungen. Und schließlich seien die Nutzer mit TripAdvisor zufrieden.

Fazit

Mit seinem Experiment hat Oobah Butler gezeigt, dass selbst auf einer großen internationalen Bewertungsseite auch dreiste Fälschungen möglich sind. Wer sich für ein Restaurant, einen Urlaubsort oder ein Produkt interessiert, sollte die Rezensionen im Internet daher immer mit Vorsicht behandeln.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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