Videospiele: Hakenkreuze in Einzelfällen bald erlaubt

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20 Jahre lang verboten, jetzt sind Hakenkreuze und SS-Runen in Videospielen bald möglich. Das gab die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) bekannt. Wie kam es zu dieser Wende? Und was sagt das Gesetz dazu?

Das sagt das Gesetz zu Hakenkreuzen in Videospielen

Artikel 86 und 86a des Strafgesetzbuches geben vor: Die Verbreitung von verfassungsfeindlicher Propaganda und Kennzeichen ist grundsätzlich verboten. Ausnahmen lässt nur die Sozialadäquanzklausel zu: Diese erlaubt verfassungsfeindliche Symbole unter anderem, wenn es sich um Kunst oder die Darstellung von Geschichte handelt. Filme und Serien erfüllen diese Kriterien in der Regel und dürfen daher Kennzeichen wie Hakenkreuze zeigen. Videospiele dagegen nicht. Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte 1998 entschieden, dass das Computerspiel „Wolfenstein 3D“ keine verfassungsfeindlichen Symbole zeigen darf (Urteil vom 18.03.1998, Az. 1 Ss 407/97).

So gehen Videospiele damit um

Zocker in Deutschland sehen in der Wolfenstein-Serie Fantasiesymbole statt Hakenkreuze. Hitler hat in den Spielen zudem keinen Oberlippenbart, trägt den Namen „Herr Heiler“ und wird in Dialogen mit „Mein Kanzler“ angesprochen. Die Call-of-Duty-Reihe passte ihre Spiele für Deutschland ebenfalls an. So finden User dort kreuzähnliche Symbole statt Hakenkreuze. Der einzige Weg für Software-Schmieden, um auf dem deutschen Markt zugelassen zu werden.

Darum sind Hakenkreuze in Videospielen bald möglich

Die USK will Videospiele nun auf die bei Filmen und Serien bereits angewandte Sozialadäquanz prüfen. Kommt die Institution bei einem Spiel zu dem Schluss, dass es Kunst ist und/oder Geschichte darstellt, können verfassungsfeindliche Symbole erlaubt sein. Möglich macht diese aktualisierte Herangehensweise eine neue Rechtsauffassung der zuständigen Obersten Landesjugendbehörde.

Fazit

Zocker können jetzt keine Flut an Hakenkreuzen in Computerspielen erwarten. Das grundsätzliche Verbot von verfassungsfeindlichen Kennzeichen gemäß dem Strafgesetzbuch gilt weiter. Allerdings kann es Ausnahmen geben, wenn die Spiele die Kriterien der Sozialadäquanz erfüllen. Videospiele, die Symbole wie Hakenkreuze glorifizieren, sind von der Sozialadäquanzklausel nicht erfasst und bleiben daher weiterhin verboten.

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