Steam: Dürfen Nutzer Spiele weiterverkaufen?

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Steam ist eine Online-Plattform des amerikanischen Softwareunternehmens Valve. User können dort PC-Spiele per Download kaufen. Valve gibt dabei vor: Nutzer dürfen die erworbenen Spiele nicht weiterverkaufen. Mit dieser Regel steht Steam nicht allein. Konkurrenten wie GOG, Origin, Epic Games Store, Sony und Microsoft erlauben das ihren Usern ebenfalls nicht. Frankreichs größte Verbraucherorganisation UFC-Que Choisir glaubt, dass das gegen das Gesetz verstößt. Sie reichte daher vor dem Pariser Tribunal de Grande Instance Klage ein. Dürfen User ihre Spiele weiterverkaufen?

Steam verstößt gegen EU-Recht

Die Richter des französischen Gerichts, das mit einem deutschen Landgericht vergleichbar ist, kamen zu dem Schluss: Die Nutzungsbedingungen von Valve verstoßen gegen das EU-Recht. Dies sieht einen freien Warenverkehr in der EU vor. Indem Steam es seinen Usern nicht erlaubt, Spiele weiterzuverkaufen, verletzt es dieses Recht.

Valve argumentierte vor Gericht, dass Steam ein Abo-Angebot sei. Das sahen die Richter nicht so. Es ist zwar ein Account notwendig, um Steam zu nutzen, Gebühren müssen User aber nicht zahlen. Daher handelt es sich nicht um ein Abo. Nutzer dürfen ihre Spiele weiterverkaufen.

Das soll Steam ebenfalls ändern

Wenn User Steam verlassen, zahlt der Dienst aktuell das Guthaben der Steam Wallet nicht aus. Das darf die Plattform nicht mehr. Steam muss das Guthaben auszahlen. Und: Kaufen User Software bei Steam und richtet diese Schäden bei Usern an, muss Valve dafür geradestehen – auch, wenn es sich bei den Spielen um eine Beta-Version handelt. Zudem muss das Unternehmen klarer formulieren, wann genau es User sperrt.

Steam im Fokus der EU-Kommission

Das ist nicht der erste Ärger, den Steam hat. Die EU-Kommission wirft dem Unternehmen vor, grenzüberschreitende Verkäufe per Geoblocking zu verhindern. Das würde gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen.

Fazit

Sollte Valve das Urteil ignorieren, droht dem Unternehmen ein Strafgeld von bis zu 3.000 Euro pro Tag für 6 Monate. Valve kündigte jedoch bereits an, in Berufung zu gehen. Sollte die nächste Instanz das Urteil bestätigen, dürfte das Auswirkungen auf den gesamten europäischen Online-Markt für Videospiele haben.

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