Suchtpotenzial: Sammelklage gegen „Fortnite“-Entwickler Epic Games beantragt

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Brauchen Videogames Warnhinweise wie sie für Zigaretten- und Lotto-Werbung vorgeschrieben sind? Zweifellos, meinen Vertreter einer kanadischen Anwaltskanzlei. Zumindest das Kultspiel „Fortnite“ mache ebenso abhängig wie Kokain. Im Auftrag der Eltern zweier Jugendlicher wollen die Juristen Hersteller Epic Games verklagen. Der Vorwurf: Man habe bewusst Suchtelemente eingebaut, ohne Verbraucher darüber zu informieren.

Hunderte Dollar ins Spiel investiert

Mehr als 250 Millionen Menschen sind bei Epic Games als Fortnite-Spieler registriert. Unter ihnen auch zwei kanadische Jugendliche, die nach Ansicht ihrer Eltern süchtig geworden sind. Ein zehnjähriger Junge habe innerhalb eines halben Jahres 600 US-Dollar für In-Game-Zubehör ausgegeben und liege dauerhaft im Streit mit seiner Familie. Ein 15-Jähriger spiele täglich mindestens drei Stunden und sei deshalb ständig übermüdet. Die Eltern sind sich einig: Hätte Epic Games auf das Suchtpotenzial von Fortnite hingewiesen, hätte man den Spielkonsum der Jungen von Anfang an besser überwacht.

Vorbild: Klage gegen Tabakunternehmen

Die Kanzlei Calex Légal hat nun die Zulassung einer Sammelklage gegen Epic Games beantragt. Ihr Argument: Das Entwicklerstudio habe eigens mit Psychologen zusammengearbeitet, um ein Spiel mit besonders hohem Suchtcharakter zu schaffen. Dabei sei Fortnite für Jugendliche konzipiert, deren Gesundheit man so wissentlich gefährde. Die Anwälte sehen gute Chancen für ihre Klage. Sie basiert im Wesentlichen auf der Entscheidung eines kanadischen Gerichts aus dem Jahr 2015. Damals waren mehrere Tabakkonzerne zu einer Milliardenstrafe verurteilt worden, weil sie nicht vor den Gefahren des Rauchens gewarnt hatten.

„Fortnite gefährdet Ihre Gesundheit“

Calex Légal weist außerdem darauf hin, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO die Sucht nach Videospielen im vergangenen Jahr offiziell in den Katalog psychischer Krankheiten aufgenommen hat. In Kanada und weltweit gebe es mittlerweile Behandlungszentren, die speziell Fortnite-Süchtige aus ihrer Abhängigkeit befreien wollten. Bei einer so hohen Suchtgefahr sei ein Hersteller verpflichtet, auf das Risiko hinzuweisen. Die Kanzlei hat andere betroffene Familien gebeten, sich zu melden.

Fazit

In dem Antrag der kanadischen Kanzlei geht es zunächst einmal darum, eine Sammelklage mehrerer Fortnite-Süchtiger vor Gericht zuzulassen. In welcher Höhe gegebenenfalls Schadensersatz gefordert werden soll, ist noch völlig offen. Entwickler Epic Games hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

 

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