Corona-Apps: Zweifel am Funktionieren in Bus und Bahn

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Die Anwendungen sollen Kontakte zu Infizierten nachverfolgen und so die Pandemie eindämmen. Nun allerdings zeigen zwei Studien irischer Informatiker, dass europäische Corona-Apps im öffentlichen Nahverkehr deutliche Schwächen haben. Der Grund: In Bussen und Straßenbahnen werden die Bluetooth-Signale an Oberflächen und Haltestangen aus Metall reflektiert. Die Apps können den Abstand zu anderen Geräten nicht mehr berechnen.

Bluetooth-Technik versagt im Pendler-Bus

Schon der erste Test in einem Doppeldecker-Bus für Berufspendler zeigte alarmierende Ergebnisse. Die Wissenschaftler vom Dubliner Trinity College verteilten fünf Testpersonen auf verschiedenen Sitzplätzen, alle maximal zwei Meter voneinander entfernt. Jeder der Teilnehmer erhielt ein Gerät mit einer Programmier-Schnittstelle, wie sie in zahlreichen Tracing-Apps verwendet wird. Während der 15-minütigen Testphase hätten eigentlich die Bluetooth-Signale aller anderen Testpersonen registriert werden müssen. Tatsächlich allerdings wurde auf den Geräten kein einziger Kontakt angezeigt. Konkret heißt das: Hätte eine der Personen kurz darauf ein positives Testergebnis in die App eingegeben, wäre keiner der Mitfahrer darüber informiert worden.

Nationale Unterschiede

Daraufhin führten die irischen Forscher einen ganz ähnlich aufgebauten Versuch in einer Dubliner Straßenbahn durch. Die Testpersonen saßen dabei zeitweise auch in Abständen von deutlich weniger oder mehr als zwei Metern. Diesmal variierten die Tester Signalstärke und Kontaktdauer entsprechend den Vorgaben der Corona-Apps in Deutschland, Italien und der Schweiz. Ergebnis: Die deutsche und die Schweizer App hätten erneut keine einzige Begegnung gemeldet. Nach den Maßstäben der italienischen Anwendung erhielt man zwar Kontakte. Allerdings handelte es sich in fünfzig Prozent der Fälle um Falschmeldungen.

Zu viel Metall auch in Straßenbahn

Die Studie legt nahe, dass eine Vielzahl von Metall-Oberflächen zu fehlerhaften Abstandsmessungen führt. So registrierten die Apps zwar, dass die Signalstärke benachbarter Geräte bis zu einer Entfernung von 150 Zentimetern abnahm. Darüber hinaus wurden Unterschiede aber kaum noch oder fehlerhaft angezeigt. Auch irritierten offenbar Manteltaschen oder Rucksäcke die Messungen, wenn die Handys darin untergebracht waren.

Fazit

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist die Corona-Warn-App in Deutschland mittlerweile 17 Millionen Mal heruntergeladen worden. Nutzer hoffen, möglichst schnell über Kontakte zu Infizierten informiert zu werden und so sich und ihre Umwelt zu schützen. Umso ärgerlicher ist es, dass das Programm im öffentlichen Personen-Nahverkehr offenbar nicht richtig funktioniert. Dennoch ist die App nicht überflüssig. Wo immer Nutzer im öffentlichen Raum nicht von metallenen Oberflächen umgeben sind, kann die Anwendung ihrer Aufgabe nachkommen.

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